Für Unternehmen sind Weihnachtsfeiern eine schöne Gelegenheit, ihre Mitarbeiter zu würdigen und zu belohnen. Für die Gastronomen und Gastronominnen wiederum sind sie von hoher wirtschaftlicher Bedeutung. Sie machen einen wesentlichen Teil des Jahresumsatzes aus, sichern Arbeitsplätze. Diese Saison scheint in Kärnten trotz Inflation und Konjunkturschwäche ausnehmend gut gebucht zu sein. „Wir sind mit Weihnachtsfeiern schon seit September weitestgehend ausgebucht“, sagt Urbaniwirt Andreas Nindler aus Bodensdorf. Die Auftraggeber reichen quer durch alle Branchen - von Friseurbetrieben bis Baufirmen. Es sind Gruppen von zehn bis 150 Personen. Ende August hat Nindler seine Weihnachtsmenüs verschickt, mit fünf Varianten zum Auswählen pro Gang. Die Reservierungen waren so zahlreich, dass „wir schon im Oktober Weihnachtsfeiern hatten, die unsere Gäste dann einfach in Herbstfeiern umgetauft haben“, sagt Nindler, dem das gute Geschäft auch einen großen Aufwand wert ist. Jedes Jahr und abgestimmt mit den Gästen dekoriert er sein Wirtshaus mit neuen Designelementen, bestellt spezielle Servietten, projiziert auf Wunsch sogar das Logo des feiernden Unternehmens auf die Bildschirme in der Gaststube. Heuer neu: ein „postmoderner“ Weihnachtsbaum aus lauter Quadraten.

Wie bei Nindler, so buchen auch bei Gastronom Paul Haas (Augustin und Landhaushof in Klagenfurt) Gäste schon heuer für 2026 bzw. sie haben bereits gebucht. Haas: „Die Buchungslage ist diesmal sehr, sehr gut, geradezu sensationell.“ Weder spürt er Sparsamkeit, noch gibt es Absagen. Im Gegenteil: Die Weihnachtsfeiernden haben bis in den Jänner hinein gebucht, darunter nicht nur Unternehmen, sondern auch Kammern, Magistratsabteilungen, Gesundheitsinstitutionen. Bei Haas ist der Dezember in Bezug auf den Umsatz der zweit- bzw. drittstärkste Monat im Jahr - nach August und Juli, wo er auch viele Touristen bewirtet - durch die Gastgärten auf der doppelten Fläche.

Weihnachtsfeier (zu späterer Stunde)
Weihnachtsfeier (zu späterer Stunde) © Dieter Kulmer

Insgesamt ermöglichen uns Weihnachtsfeiern „eine gute Auslastung der Kapazitäten im Winter und damit eine Streckung der Saison“, sagt Branchensprecher und Gastronom Stefan Sternad. Dass manch eine erfolgte Reservierung im Fall des Falles nicht storniert werde bzw. statt 70 angekündigten Gästen nur eine 40er-Gruppe kommt, sei immer noch ein Thema. „Aber wir begegnen dem mit unkomplizierten Buchungssystemen bzw. kommunizieren unsere Geschäfts- bzw. Storno-Bedingungen gut.“ Trotz guter Nachfrage, bemerkt Sternad durchaus einen gewissen Kostendruck bei den Gastgebern der Weihnachtsfeiern. „Das Geld sitzt nicht mehr so locker wie früher einmal. Dann wird nicht unbedingt ein Steak aufs Menü gesetzt. Aber so ist eben unsere Kreativität gefragt, den Gästen in jedem Fall ein Geschmackserlebnis zu ermöglichen.“