„Unsere Betriebe haben absolut kein Verständnis, dass die medienwirksam für September angekündigte Verordnung noch immer nicht in Kraft ist. Es ist bereits fünf nach zwölf“, ließ Susanne Kraus-Winkler am Freitag zu Mittag wissen. Die Obfrau der Bundessparte Tourismus in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und frühere Tourismus-Staatssekretärin spielte auf die Saisonierregelung für den Winter an. Im April wurde eine Aufstockung des Drittstaatenkontingents auf 5500 Personen sowie ein zusätzliches Westbalkankontingent von 2500 Personen im Ministerrat beschlossen. Die entsprechende Verordnung sei verbindlich für September angekündigt worden, sei also „überfällig“.

Seitens der Bundesregierung wurde dann am Freitagabend kommuniziert, dass man die Saisonierkontingente anheben und gleichzeitig einen Fonds für Tourismusbeschäftigte einrichten wolle. Die entsprechende Verordnung soll kommende Woche in Begutachtung gehen.

Konkret ist geplant, die jährlichen Kontingente auf die genannten 5500 Saisonarbeitsplätze zu erhöhen. Für Arbeitskräfte aus den EU-Beitrittsländern des Westbalkans soll zusätzlich ein Kontingent von 2500 Plätzen geschaffen werden. Zur Abdeckung von Spitzenzeiten bleibt ein temporärer Überziehungsrahmen von bis zu 50 Prozent möglich, solange die Grenze im Jahresdurchschnitt nicht überschritten wird.

Zehetner: Planungssicherheit für Betriebe

„Damit stellen wir sicher, dass die Betriebe rechtzeitig Planungssicherheit für die Wintersaison haben und der Tourismusstandort Österreich gestärkt wird“, so Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner – Nachfolgerin von Kraus-Winkler – am Freitagabend laut Mitteilung.

Darüber hinaus soll ein Fonds für Tourismusbeschäftigte eingeführt werden, der jährlich mit 6,5 Millionen Euro aus Budgetmitteln dotiert ist. Damit sollen die Beschäftigungsverhältnisse im Tourismus stabilisiert und die Absicherung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verbessert werden.