Rund 100.000 Fans aus ganz Europa, 600 junge Spitzenfachkräfte, 38 offizielle Wettbewerbsberufe und drei Tage lang um die Wette hämmern, schrauben, malen oder kochen. Die Nervosität steigt: Ab heute gehen die neunten Berufseuropameisterschaften in Herning in Dänemark über die Bühne (von 9. bis 13. September). Nach der großen Eröffnungsfeier am Dienstagabend stehen ab Mittwoch die Bewerbe auf dem Programm.
In der 51.000-Einwohner-Stadt Herning östlich der Nordseeküste wird das größte Veranstaltungsareal Skandinaviens, das MCH Herning Kongresscenter, aus allen Nähten platzen – wenn sich wieder die Top-Fachkräfte unter 25 Jahren in rund 40 unterschiedlichen Berufen mit den besten Altersgenossen Europas messen. Allein Österreich entsendet 44 „Young Professionals“ – ausgelernte Fachkräfte und Absolventen von berufsbildenden höheren Schulen – aus acht Bundesländern nach Dänemark, um wie in den Vorjahren Spitzenerfolge zu erzielen. Von den 44 von Österreich entsandten Fachkräften stellt Oberösterreich vor der Steiermark und vor Niederösterreich das größte Aufgebot.
Acht Steirerinnen und Steirer messen sich in Herning mit den Besten der Besten – darunter Bautischler Thomas Leitner aus Obdach, der im Vorjahr seinen Wettbewerb bei der Berufsweltmeisterschaft in Lyon wegen einer Verletzung abbrechen musste. Nun hofft er auf Europa-Ebene auf Gold.
Ebenso ihr Können unter Beweis stellen werden Floristin Sophie Bretterklieber aus Lannach, Grafik-Designerin Eva Manninger aus Ragnitz bei Leibnitz, Maurer Stefan Lanzl aus Leutschach, Kfz-Technikerin Leonie Tieber aus Paldau, Malerin Katharina Höller aus Pinggau, Restaurant-Service-Fachkraft Maria Gesslbauer aus Fischbach und Zimmerer Johannes Rieger aus Semriach.
Übrigens: Erstmals treten mehr Steirerinnen als Steirer bei der Berufs-Europameisterschaft an, und zwar fünf von acht. Für WKO-Präsident und Skills Austria-Präsident Josef Herk ein „kraftvolles Signal, dass Talent kein Geschlecht kennt“.
Insgesamt gehen für Österreich in diesem Jahr 49 Fachkräfte aus 41 Berufen bei den Euro Skills an den Start. Fünf von ihnen beweisen sich aber nicht im September in Dänemark, sondern im November im Heimatland oder in der Schweiz, darunter die Fleischerin Simone Tieber aus St. Margarethen an der Raab und Glasbautechniker Marcel Resch aus St. Andrä im Sausal in der Steiermark. Der Grund: In ihren Berufen gab es zu wenig Anmeldungen für die Euro Skills 2025 (mindestens sieben teilnehmende Mitgliedsländer pro Beruf sind die Voraussetzung).
Die jungen Fachkräfte bereiteten sich für die Bewerbe teils mehr als ein Jahr lang vor und absolvierten hunderte Trainingsstunden, zuletzt auch im Zuge von Teamtrainings, um die mentalen Fähigkeiten zu stärken.