Der Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli könnte laut Bloomberg die Produktion seiner goldverpackten Osterhasen in die USA verlagern, um die von der Trump-Administration verhängten Importzölle zu umgehen. Die Produktion für den kanadischen Markt könnte dafür nach Europa wandern.
Der Plan würde Investitionen von bis zu 10 Millionen US-Dollar (8,6 Millionen Euro) umfassen, um auch Hasen, Weihnachtsmänner und andere Hohlfiguren aus Schokolade in den USA herzustellen, zitierte die Nachrichtenagentur am Freitag Insider. Diese werden aktuell in Deutschland produziert, würden also einem Importzoll von 15 Prozent unterliegen.
Produktion für Kanada könnte nach Europa wandern
Lindt & Sprüngli erwäge außerdem, die Produktion für den kanadischen Markt vom Werk in Boston auf europäische Standorte zu verlagern, um Vergeltungszölle zu vermeiden, die Kanada gegen die USA verhängt habe.
Das Unternehmen lehnte laut Bloomberg eine Stellungnahme zu den konkreten Plänen ab. „Wir evaluieren derzeit verschiedene Optionen, wie wir mit den Zöllen künftig umgehen“, hatte Lindt & Sprüngli kurz nach dem 1. August gegenüber AWP verlauten lassen.
Stark gebremstes Wachstum der Schweizer Wirtschaft
Das Wachstum der Schweizer Wirtschaft hat sich bereits vor der Belastung durch höhere US-Zölle im zweiten Quartal deutlich abgeschwächt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von April bis Juni nur noch um 0,1 Prozent zum Vorquartal zu, wie die Regierung am Freitag mitteilte. Grund dafür war eine schwache Entwicklung in der Industrie, die jedoch durch Zuwächse im Dienstleistungssektor ausgeglichen wurde. Anfang 2025 war die Wirtschaft noch um 0,8 Prozent gewachsen.
Im zweiten Halbjahr droht der exportorientierten Schweizer Wirtschaft erheblicher Gegenwind. Denn für Exportwaren gelten dann in den USA Einfuhrzölle von 39 Prozent. Die Regierung in Bern will allerdings weiter mit den USA über die Handelspolitik verhandeln und setzt auf ein besseres Abkommen.