Der Sensor- und Chipspezialist ams-Osram baut derzeit am Stammsitz in Premstätten kräftig aus und investiert bis 2030 rund 570 Millionen Euro, in eine neue und hochmoderne Wafer-Produktionsstätte. Die Arbeiten am Standort „laufen nach Plan“, sagt Konzernchef Aldo Kamper zur Kleinen Zeitung. Die aktuelle Entwicklung – eine hohe Nachfrage in diesem Segment – zeige auch, dass dieser Ausbau ein richtiger und guter Schritt sei.
Im ersten Halbjahr ist der Gesamtumsatz von ams-Osram von 1,665 im Jahr davor auf 1,595 Milliarden Euro gesunken, hier spielten auch Euro-Dollar-Wechselkurseffekte eine dämpfende Rolle. Das bereinigte Ergebnis nach Steuern fiel mit minus fünf Millionen Euro erneut negativ aus, nach einem Verlust von 36 Millionen Euro in der ersten Jahreshälfte 2024. Im zweiten Quartal konnte man das bereinigte Nettoergebnis mit 18 Millionen Euro aber ins Plus drehen. Für das dritte Quartal heuer wird ein Umsatz zwischen 790 und 890 Millionen Euro angepeilt, bei einer EBITDA-Marge von 19,5 Prozent.
„Erwarten weiterhin eine stärkere zweite Jahreshälfte“
Kamper zeigt sich zuversichtlich: „Wir erwarten weiterhin eine stärkere zweite Jahreshälfte, auch wenn der schwächere US-Dollar die Gesamtergebnisse belastet und die Zollpolitik für anhaltende Unsicherheit sorgt.“ Direkte Auswirkungen durch die US-Zölle seien „eher vernachlässigbar“, so Kamper. Die Frage sei aber, inwieweit es zu negativen Nachfrageänderungen auf den für ams-Osram wichtigen globalen Auto- und Smartphone-Märkten komme, „derzeit sieht es nicht danach aus“. Im Geschäft mit Ersatzlampen im Automobilsegment werde direkt in den USA gefertigt. Bei Halbleitern und LEDs, die in Österreich bzw. Deutschland hergestellt werden, könne man die Zölle über Preiserhöhungen an die Kunden weitergeben. Es gebe hier auch keine Wettbewerbsnachteile, weil auch der Mitbewerb nicht direkt in den USA produziere und damit auch von den Zöllen betroffen ist.
Die Gemengelage rund um geopolitische Verwerfungen und Zölle hat aber den Goldpreis kräftig steigen lassen, „das hat Relevanz für uns, weil wir Gold verbauen“ – etwa in LED-Chips. Das führe zu einer zusätzlichen Belastung im niedrigen zweistelligen Millionen-Bereich.
Schuldenlast wird reduziert
Bei langfristigen Neuaufträgen, Design-Wins, sieht sich Kamper mit Verweis auf ein Volumen von 2,5 Milliarden Euro und 2000 Einzelprojekten ebenso gut auf Kurs wie beim beschleunigten Schuldenabbau und der Umsetzung des Effizienzprogramms. Wie berichtet, will ams-Osram – um die Zinsaufwendungen auf unter 100 Millionen Euro jährlich zu senken – Vermögenswerte um mehr als 500 Millionen Euro veräußern. „Unser Plan, die Schuldenlast schneller zu reduzieren, geht auf.“
Der Schuldenstand liegt derzeit bei knapp zwei Milliarden Euro. Zuletzt wurde der Verkauf der Unterhaltungs- und Industrielampensparte um 114 Millionen Euro an die japanische Ushio bekanntgegeben. Der Prozess laufe weiter, nähere Details zu weiteren Verkäufen könne er noch nicht nennen, so Kamper.
Das Unternehmen hatte vor gut einer Woche auch angekündigt, eine 500 Millionen Euro schwere 2029er Anleihe zu platzieren, um ausstehende Osram-Aktien vorzufinanzieren und 150 Millionen Euro der 2027er Wandelanleihe zurückzukaufen.