US-Präsident Donald Trump will sich bei einer möglichen Entlassung des Fed-Chefs Jerome Powell nicht festlegen. Er beabsichtige zwar nicht, den Chef der US-Notenbank zu feuern, sagte er vor Journalisten. Zugleich betonte er aber, dass er nichts ausschließe. „Er macht einen schlechten Job“, sagte er über Powell. Trump stellte eine Neubesetzung in den nächsten acht Monaten in Aussicht. Powells Amtszeit dauert noch bis Mitte Mai 2026.
Kurz zuvor hatten mehrere US-Medien unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen darüber berichtet, dass Trump eine Gruppe von Parteikollegen gefragt habe, ob er Powell feuern solle. Dabei habe der Präsident ein entsprechendes Schreiben präsentiert, hieß es unter anderem bei der „New York Times“ und dem US-Sender CBS News.
Finanzmärkte reagierten
Die Nachricht von einer mutmaßlich bevorstehenden Entlassung des Fed-Chefs hatte die Finanzmärkte in Aufruhr versetzt. Die wichtigsten US-Aktienindizes drehten nach einem freundlichen Auftakt ins Minus. Der Dollar fiel innerhalb weniger Augenblicke um bis zu 0,7 Prozent gegenüber einem Korb wichtiger Währungen, während zinssensitive Anlagen wie die Aktien regionaler US-Banken verloren und der Goldpreis zulegte. 30-jährige US-Staatsanleihen wurden abverkauft, ihre Rendite stieg um etwa fünf Basispunkte. Nach Trumps Dementi erholten sich viele Werte wieder. Rechtlich ist nicht abschließend geprüft, ob ein Präsident den Notenbankchef entlassen darf.
Seit Monaten stört sich Trump an den seiner Meinung nach zu hohen Zinsen – immer wieder hatte der Präsident niedrigere Zinsen von der Fed gefordert. Denn diese würden der Regierung Milliardenersparnisse bescheren. In der Folge hatte Trump Powell immer wieder öffentlichkeitswirksam beschimpft. Anders als Trump es gerne nahelegt, entscheidet Powell als Chef nicht alleine über den Leitzins - das macht der Zentralbankrat.