Die Waffenruhe zwischen dem Iran und Israel steht weiterhin im Fokus der Anleger an den Börsen. Zwar gab es von den Kriegsparteien gegenseitige Vorwürfe, dass die Waffenruhe verletzt worden sei. Laut dem US-Präsidenten Donald Trump ist sie aber weiter in Kraft. Der Wiener Aktienmarkt hat den Handelstag am Dienstag mit klaren Kursgewinnen beendet. Der heimische Leitindex ATX stieg zu Handelsschluss um 1,37 Prozent auf 4.365,51 Punkte zu. Der ATX Prime schloss um 1,38 Prozent höher bei 2.189,42 Zählern.
Auch das europäische Umfeld zeigte sich einheitlich stark. Zudem tendierten die US-Aktienmärkte freundlich. Der Euro-Stoxx-50 steigerte sich um 1,44 Prozent auf 5.297,07 Zähler. In Frankfurt kletterte der DAX um 1,60 Prozent auf 23.641,58 Punkte nach oben. Für den FTSE-100 ging es in London nur leichte 0,01 Prozent auf 8.758,99 Einheiten aufwärts.
Talfahrt bei den Ölpreisen
Die Ölpreise haben am Dienstag indes ihre Talfahrt vom Vortag fortgesetzt. Die Hoffnung auf eine Entspannung der Lage im Nahen Osten, nachdem mittlerweile im Krieg zwischen Israel und dem Iran eine Waffenruhe in Kraft getreten ist, lässt die Notierungen am Ölmarkt weiter einbrechen. Ein Barrel (159 Liter) Brent-Öl aus der Nordsee mit Lieferung im August kostete gegen 16.40 Uhr 67,71 Dollar und damit 4,16 Prozent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel um 4,11 Prozent auf 64,84 Dollar.
Dieser Einbruch der Ölpreise auf das Vorkriegsniveau wurde von einem Marktbeobachter als Ausdruck großer Erleichterung bei den Anlegern gewertet. Ölaktien zählten allerdings angesichts der deutlichen Ölpreisrückgänge europaweit zu den größeren Verlierern. In Wien zeigten sich OMV mit einem Abschlag in Höhe von 1,9 Prozent. Beim Ölfeldausrüster SBO gab es nach schwächerem Verlauf noch ein kleines Plus von 0,3 Prozent zu verzeichnen. Die Titel des Energieversorgers Verbund büßten knapp zwei Prozent ein und EVN verloren 1,9 Prozent.
Bankaktien und AT&S klar im Plus
Unter den weiteren Indexschwergewichten gewannen in Wien die Aktien der Voestalpine 2,6 Prozent. Der Stahlkonzern hat einen Liefervertrag mit dem chinesischen Elektroauto-Riesen BYD abgeschlossen. Der Konzern wird demnach das neue BYD-Werk in Szeged in Ungarn ab dem heurigen Herbst mit Stahlblech beliefern, teilte BYD mit.
Bei den Bankwerten zogen Erste Group um 3,7 Prozent nach oben. Raiffeisen Bank International verteuerten sich um 3,6 Prozent und BAWAG schlossen 2,5 Prozent im Plus. Deutlich nach oben mit plus 7,2 Prozent ging es auch für die AT&S-Aktie. Am Vortag hatten die Titel des Leiterplattenherstellers noch mehr als 7,5 Prozent an Wert verloren.
Geschäftsklima in Deutschland verbessert sich
Datenseitig blickten die Investoren am Vormittag nach Deutschland. Sinkende Zinsen und die geplanten Milliardeninvestitionen der deutschen Bundesregierung in die Infrastruktur hellen die Stimmung in der deutschen Wirtschaft weiter auf. Das Ifo-Geschäftsklima legte im Juni um 0,9 Zähler auf 88,4 Punkte zu, wie das Ifo-Institut mitteilte. Volkswirte hatten einen Anstieg des Ifo-Index erwartet, aber im Schnitt nur auf 88,0 Punkte.
Die Stimmung der Verbraucher in den USA hat sich im Juni indes unerwartet eingetrübt, wurde dann am Nachmittag bekannt. Der Konsumindikator sei um 5,4 Punkte auf 93,0 Punkte gefallen, teilte das Marktforschungsinstitut Conference Board mit. Volkswirte hatten hingegen im Schnitt mit einem Anstieg auf 99,8 Punkte gerechnet.
Der Vorsitzende der US-Notenbank Fed, Jerome Powell, hat erneut bekräftigt, bei Zinssenkungen keine Eile zu haben. Zunächst gehe es darum, sich mehr Klarheit über die wirtschaftlichen Auswirkungen der von Präsident Donald Trump verhängten Zölle zu verschaffen. „Die Auswirkungen der Zölle werden unter anderem von ihrer endgültigen Höhe abhängen“, sagte Powell am Dienstag laut Redetext bei einer Anhörung vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses.