Im blau-schwarzen Regierungsübereinkommen in der Steiermark wurde u. a. auch eine sogenannte „Standortpartnerschaft“ festgeschrieben. Sie soll durch die Einbindung zahlreicher Player aus Wirtschaft und Wissenschaft zu einer „ganzheitlichen Weiterentwicklung des Standorts sowie einer Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit“ beitragen, so der zuständige Landesrat Willibald Ehrenhöfer im Rahmen eines ersten Gipfelgesprächs am Mittwoch.
Landeshauptmann Mario Kunasek unterstrich die notwendige „Stärkung und langfristige Absicherung“ des Standorts. Das Land, so Kunasek, werde „seinen Beitrag leisten, um gemeinsam auf die unterschiedlichen wirtschaftlichen Herausforderungen zielgerichtet reagieren zu können und insbesondere einen Fokus auf die sinnvolle Entbürokratisierung von Verwaltungsabläufen zu legen“.
Wettbewerbsfähigkeit hat abgenommen
Neben Mitgliedern der Landesregierung waren auch die Spitzen von Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer, Industriellenvereinigung, Gewerkschaft, Arbeitsmarktservice sowie Hochschulkonferenz, Gemeinde- und Städtebund sowie Landwirtschafts- und Landarbeiterkammer bei der Sitzung dabei. Im Fokus standen vor allem die Transformation der Mobilitätsindustrie, die Sicherheit der Energieversorgung sowie Fragen der Qualifizierung von Fachkräften, so Ehrenhöfer.
„Entgegen der Sichtweise mancher Parteien können wir den Standort Steiermark nicht schön fördern. Viel wichtiger ist es, dass die Rahmenbedingungen für die heimischen Betriebe passen, und das ist in Folge von Ukraine-Krieg, Energiekrise und steigender Inflation aktuell nicht ausreichend der Fall.“ Die Wettbewerbsfähigkeit habe abgenommen, hier setze man an.
30 Leitprojekte sollen zur Standortweiterentwicklung beitragen, sie reichen vom Ausbau wichtiger Straßenverbindungen über die Verbesserung von Kompetenzen in Zukunftsbereichen wie Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz bis hin zu Investitionen in Forschungsfelder wie Wasserstoff und Biomedizin.
Stichwort Verfahrensvereinfachung: Am nächsten Donnerstag, 3. Juli, sollen in der Grazer Burg die Begutachtungsentwürfe für das erste Deregulierungs- und Digitalisierungsgesetz präsentiert werden.