Die eine Seite der Medaille: das österreichische Traditionsunternehmen Brevillier Urban & Sachs – Hersteller von Buntstiften, Filzstiften oder Wachsmalkreiden der Marke Jolly – investiert sechs Millionen Euro in Österreich.
Nämlich an den beiden Standorten im Burgenland, Hornstein und Hirm. Es soll dort die „modernste Stiftfertigung Europas“ entstehen, wie es am Mittwoch heißt. Per neuer Produktionslinie und stark ausgeprägter Automatisierung zwischen den einzelnen Fertigungsstufen soll die „Konkurrenzfähigkeit gegenüber chinesischen Erzeugern wiederhergestellt werden“.
Die andere Seite der Medaille: Diese Investition hat zur Folge, dass die Firma die Produktion am dritten Standort, im steirischen Graz, einstellt. In den Gebäuden selbst wurden laut Brevillier seit 1919 Stifte hergestellt, 2023 waren es auf 8000 Quadratmeter großen Hallen noch 40 Millionen Buntstifte im Jahr.
33 Beschäftigte betroffen
„In dem hochkompetitiven Marktumfeld ist unser Bekenntnis zur Produktion in Österreich fordernd und lässt gegenüber Konkurrenten aus Asien kaum Spielraum zu“, begründet Brevillier Urban & Sachs den nunmehrigen Schritt. In Graz, ehemaliger Hauptsitz der Firma, sei man „baulich, technologisch und genehmigungsrechtlich an die Grenzen gestoßen“. Die Rahmenbedingungen würden eine „zukunftsfähige Weiterentwicklung des Standortes nicht mehr zulassen“. Das umliegende Wohngebiet würde „Produktionsprozesse und Genehmigungsverfahren für Änderungen erschweren“.
Von der Schließung sind 33 Mitarbeitende in Graz betroffen. Ihnen wurde ein Wechsel an die burgenländischen Standorte angeboten. Zugleich soll ein Sozialplan ausgearbeitet werden.