Das Eigenheim und ein dazugehöriger Baugrund ist für viele ein Traum. In manchen Gemeinden bleibt dieser finanziell realistisch, in anderen wird es unerschwinglich, wie eine OGM-Auswertung von Preisen und Einkommen in Österreich zeigt. Während man in einigen Waldviertler und südburgenländischen Gemeinden für 500 Quadratmeter Bauland mit einem Durchschnittseinkommen gerade einmal zwei Monate arbeiten muss, sind es in Reith bei Kitzbühel über 29 Jahre. Allgemein wird Bauland von Ost- nach Westösterreich teurer.

Die OGM-Datenanalyse zeigt, dass die durchschnittlichen Einkommen viel weniger schwanken als die Quadratmeterpreise für Baugrund. Während man in den günstigen Gemeinden um 10 bis 20 Euro je Quadratmeter dabei ist, muss man in Kitzbühel oder Lech über 2000 Euro auslegen, also mehr als das 100-Fache.

Baugründe in Kärnten und Steiermark

Auch im Süden und Osten gibt es teure Flecken. Steirische Bauherren müssen in Graz bei einem Durchschnittspreis von 362 Euro pro Quadratmeter mit im Schnitt gut dreieinhalb Jahre am längsten „hackeln“. Wohlgemerkt müsste man ohne sonstige Ausgaben das gesamte Einkommen sparen. In Kärnten ist nicht etwa Klagenfurt oder Villach am teuersten, sondern die Gemeinde Weißensee. Bei mehr als doppelt so hohen Grundstückpreisen (472 Euro) braucht man ganze fünf Jahre für 500 Quadratmeter. In beiden Bundesländern geht es am Land vergleichsweise schnell in meist weniger als einem Jahr. Besonders preiswert: Metnitz, Glödnitz, Weitensfeld, Lavamünd, Eibiswald oder Vorau.

Preistreiber: Siedlungsdichte und Tourismus

Im Detail spielen viele Faktoren eine Rolle. Studienautor Johannes Klotz vom OGM verweist auf die höhere Siedlungsdichte im Westen und auf den starken Tourismus, der die Kosten in die Höhe treibe. Die stark gefragten Tourismusgemeinden müssten daher sicherstellen, dass Bauland auch für Einheimische leistbar ist, etwa durch spezielle Gemeindegründe, regt Klotz an. Als Beispiele für sehr hohe Preise hebt er Lech, Serfaus, Seefeld oder St. Anton am Arlberg hervor.

Teures Bauland und hohe Einkommen rund um Wien

OGM-Ökonom Andreas Chmielowski wiederum betont den „sozialen Status“ der Gemeinde, wo ein Grundstück erworben wird. Auch von der vorhandenen Infrastruktur, dem Verkehrsaufkommen und Lärm sowie von klimatischen Bedingungen hänge der Preis für Bauland ab. So werden in Gemeinden rund um Wien besonders hohe Baugrundpreise bezahlt. Dort lebten auch Besserverdiener mit einem „mittleren Jahresbruttoeinkommen jenseits 75.000 Euro“.

Wien liegt bei den Baulandpreisen „nur“ an vierter Stelle unter den österreichischen Bezirken. Noch teurer ist Bauland in Salzburg, Innsbruck und im Bezirk Kitzbühel. Dornbirn liegt an fünfter Stelle unter den teuersten Bezirken. Am günstigsten ist Bauland in Oberpullendorf, Gmünd, Zwettl, Güssing und Jennersdorf.