Herausfordernd bleiben die Zeiten für die heimische Holzindustrie. „Wir hatten vor allem aufgrund der schwächelnden Baukonjunktur 2024 eine schwierige Situation“, sagt Herbert Jöbstl, Obmann des Fachverbands der Österreichischen Holzindustrie, der 1323 Mitgliedbetriebe repräsentiert. Das Produktionsvolumen lag im Vorjahr bei 9,28 Milliarden Euro, das ist ein Rückgang von fünf Prozent gegenüber 2023. Im Vergleich zum Rekordjahr 2022 ist es sogar ein Minus von 22 Prozent. Die exportorientierte Holzindustrie hat einen Außenhandelsüberschuss von 1,4 Milliarden Euro erzielt. Ein „beträchtlicher“ Wert wie Jöbstl einräumt, dennoch ein Rückgang von sieben Prozent. Zusätzlich werde die Zuversicht durch die erratische Zollpolitik des US-Präsidenten Donald Trump gedämpft.
Der Einbruch im Produktionsvolumen seit 2022 hat sich nun, wie Erlfried Taurer, Obmann-Stellvertreter und designierte Obmann des Fachverbands ausführt, auch beim Personalstand ausgewirkt. Die Zahl der Beschäftigten sank um sieben Prozent auf 25.600 Mitarbeiter und damit unter das Niveau von 2014. Verantwortlich macht Taurer dafür unter anderem die hohen Lohnstück- und Energiekosten, die Österreich auch im EU-weiten Wettbewerb ins Hintertreffen bringen. Er fordert Maßnahmen der Politik, um den Standort und seine Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
EU-Entwaldungsverordnung „nicht umsetzbar“
Massive Kritik übt Fachverband-Geschäftsführer Heinrich Sigmund an der EU-Entwaldungsverordnung: „Sie ist in der Praxis nicht rechtssicher umsetzbar.“ Eine Studie habe gezeigt, dass die Verordnung alleine in Finnland 207 Millionen Euro für die Implementierung kosten würde und pro Jahr Betriebskosten von 65 Millionen Euro verursachen würde. Jöbstl drängt auf eine alternative Lösung wie etwa einen Fokus auf Länder, in denen ein hohes Entwaldungsrisiko besteht, was in Österreich nicht der Fall ist - unter anderem aufgrund des strengen Forstgesetzes.
Neues Präsidium
Aufgrund der diesjährigen Wirtschaftskammerwahl formiert sich die Führung des Fachverbandes neu. Jöbstl scheidet als Obmann aus. Das designierte Präsidium, das am 3. Juni im Ausschuss bestätigt werden soll, besteht aus Erlfried Taurer als neuen Obmann und Markus Schmölzer und Georg Emprechtinger als Stellvertreter.