Der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, hat sich erneut für die Streichung eines Feiertags ausgesprochen. Der Verzicht sei nötig, um neue Anstrengungen für Verteidigung und Infrastruktur zu ermöglichen, erklärte Fuest am Freitag. „Wenn nicht mehr Arbeitskraft zur Verfügung steht als bisher, werden diese Ausgabenprogramme dazu führen, dass die Umsetzung der Investitionen verzögert wird und Arbeitskräfte aus anderen Bereichen abwandern und dort fehlen.“

Mehr Geld allein baue „noch keine Straßen und Brücken, man braucht auch zusätzliche Arbeitskräfte“, führte Fuest aus. Der Verzicht auf einen Feiertag allein löse das Problem zwar nicht. Die Wirtschaftsleistung würde aber um etwa acht Milliarden Euro jährlich steigen. Einen Vorschlag, welcher Feiertag gestrichen werden könnte, machte der Ifo-Chef nicht.

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Clemens Fuest, Präsident des ifo Institut © IMAGO/Frank Hoermann / Sven Simon

Wissenschafter mit der Forderung nicht alleine

Die Debatte läuft bereits seit einigen Wochen. Fuest hatte schon im März mit Blick auf die Reform der Schuldenbremse und das neue Sondervermögen für Infrastruktur in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vorgeschlagen, einen Feiertag zu streichen. Auch die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer plädierte damals im „Spiegel“ dafür.

Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) rechnete aus, dass ein zusätzlicher Arbeitstag das Bruttoinlandsprodukt je nach Berechnungsmethode um 5 bis 8,6 Milliarden Euro steigern könnte.