„Das Kundenverhalten verändert sich laufend und darauf reagieren wir“, sagt Kurt Aschbacher, Billa-Vertriebsdirektor in Kärnten und Osttirol. Das bedeutet, dass auch die einzelnen Standorte der Supermarktkette mit den Ansprüchen an Sortiment und Einkaufserlebnis mithalten müssen. Österreichweit investiert der Lebensmittelhändler, der Teil der Rewe Gruppe ist, dieses Jahr 211 Millionen Euro, davon zwölf Millionen Euro in Kärnten. Im Vorjahr waren es acht Millionen Euro. Etliche Billa und Billa Plus Märkte werden modernisiert und einzelne auch neu errichtet.

Vor Kurzem wurde der Neubau in der Klagenfurter Hans-Sachs-Straße eröffnet, der mit einem Mehrparteien-Wohnbau kombiniert ist. Im September soll der vergrößerte Neubau in Griffen in Betrieb genommen werden. Aschbacher betont, dass die Anzahl der Standorte der Nahversorgers in Kärnten grundsätzlich stabil ist: „Eine große Schließungswelle sehe ich nicht auf uns zukommen.“ In einzelnen Gebieten könne es aber aufgrund der Frequenz erforderlich sein, dass kleine ältere Standorte zu einem größeren zusammengeführt werden. Darüber hinaus rentiere sich aufgrund von Einzugsgebiet und Größe nicht in jeder Gemeinde ein eigener Markt. In ganz Österreich werden in Summe in diesem Jahr 21 Standorte neu errichtet und 50 bestehende Filialen erneuert, wobei auf effiziente Energienutzung und klimaresistente Bauweise Wert gelegt wird. In Wien-Donaustadt wurde ein Markt errichtet, der unter anderem für den Einsatz von zertifiziertem Holz und einer PV-Anlage für Stromversorgung und Wärmerückgewinnung fünf Umweltzertifikate erhielt. Diese Bauweise soll Maßstab für künftige Projekte sein.

Kurt Aschbacher, Billa Vertriebsdirektor in Kärnten
Kurt Aschbacher, Billa Vertriebsdirektor in Kärnten © Billa

In Kärnten beschäftigt Billa rund 2000 Mitarbeiter, wobei das Unternehmen rund 130 offene Stellen zu besetzen hat. Aktuell werden in den Märkten 180 Lehrlinge ausgebildet, die Fachausbildungen und Workshops in der Lehrlingsakademie in der Klagenfurter Pischeldorfer Straße absolvieren. 100 weitere sollen dieses Jahr dazu kommen. „Wir tun viel dafür, zahlen zum Beispiel deutlich über Kollektivvertrag“, sagt Aschbacher. Ein Mal im Jahr dürfen Lehrlinge eine Woche lang sogar an ausgewählten Standorten das Ruder übernehmen, wie heuer in Villach (Karawankenweg, ab 5. Mai).

Mehr Frequenz

Hohe Inflation und wirtschaftliche Turbulenzen haben zuletzt die Kauflaune in Österreich deutlich getrübt. Das ist auch am Lebensmittelhandel nicht spurlos vorüber gegangen, doch der Vertriebsdirektor sieht positive Signale: „Die Kundenfrequenz steigt wieder.“ Günstige Eigenmarken seien zwar nach wie vor bei preissensiblen Kunden gefragt, aber bei Festtagen wie Ostern und mit dem Start der Grillsaison sei feststellbar, dass sich die Menschen auch gerne etwas gönnen – wie etwa hochwertige, regionale Produkte. 2000 Artikel von 300 regionalen Produzenten finden Kunden mittlerweile in den Kärntner Billa-Märkten. Diese Regionalität forciert der Lebensmittelhändler. Darüber hinaus führt die Supermarktkette seit fünf Jahren ausschließlich Frischfleisch aus Österreich – als einziger Lebensmittelhändler Österreichs, wie Aschbacher betont.