Halbzeit im Dauertest: Seit letztem Jahr läuft und läuft der Toyota C-HR in unserer Mobilitätsredaktion und spult Kilometer um Kilometer runter. Inzwischen stehen wir bei 23.000 Kilometern.
Ich habe das Auto im letzten Sommer bewegt (deshalb auch das Foto aus dem Sommer), meine Kolleginnen und Kollegen sind bis nach Bosnien damit gefahren und haben seine Langstreckentauglichkeit in einem ersten Test überprüft.
Zwischenbilanz mit Walter Röhrl
Für die Zwischenbilanz haben wir jetzt die Wintertage abgewartet, um herauszufiltern ob sich die kalten Temperaturen und das Wintersetting massiv auf den Verbrauch auswirken – bei reinen E-Autos bleibt das ja ein schwieriges Thema.
Grundsätzlich muss ich festhalten: Die Hybridtechnik ist eine Brückentechnologie zum E-Auto, Vollhybride wie der Toyota C-HR leben vom permanenten Wechselspiel zwischen E-Antrieb und Verbrenner, das System denkt quasi für dich.
Toyota hat diese Technologie groß gemacht und reizt sie bis aufs Letzte aus. Und daraus resultiert ein Ergebnis, das ich bei meiner ganzen Skepsis nicht erwartet hätte: Denn selbst mit hohem Autobahn-Anteil kamen meine Kollegen im Sommer und Herbst auf Verbrauchswerte rund um sechs Liter auf 100 Kilometer. Auf der Landstraße, bei Tempo 50, 60, 70 km/h schafften sie Werte von knapp über vier Liter. Und im Winter bleibt man beim 6er-Level. Wie ist das möglich, habe ich mich gefragt.
Bei einem Hybridsystem überlege ich ja immer ein bissl mehr: Wann ist welches System sinnstiftend? Eigentlich bin ich eher beim Plug-in-Hybrid, wenn das Fahrprofil passt, ich also hauptsächlich meine tägliche Kilometer-Ration rein elektrisch abspulen kann und ich nur in Ausnahmefällen darüber hinaus und länger unterwegs bin. Es hängt also alles vom Fahrprofil ab.
Röhrl muss hochrechnen
Unser getesteter Vollhybrid holt sich quasi das Beste aus den beiden Welten und ist ein Fall für jene, die zu Hause oder in der Arbeit ihren Plug-in nicht laden können – und mittel bis viel unterwegs sind.
Das Hybrid-System ist ein Mittel zum Zweck, und der Zweck heiligt die Mittel, weil die Verbrauchswerte stimmen. Ich konnte mir das anfangs gar nicht so vorstellen. Selbst, wenn jemand viel in der Stadt unterwegs ist, funktioniert das System hervorragend, es steht dann wieder ein 6er voran.
Röhrl: „Ein Geben und Nehmen“
Die zwei, drei Kilometer, die ich rein elektrisch fahren kann, sind nicht das Thema, es ist dieses permanente Wechselspiel zwischen Batterie und Verbrenner, ein ständiges Nehmen und Geben, ein Laden und Entladen, jeder Moment, in dem man Gas wegnimmt, oder auf die Bremse tippt, wird zum Rekuperieren verwendet.
Ich wusste schon, dass das System bei kleinen Autos wie dem Yaris perfekt funktioniert – dass es aber in der Größenordnung CHR genauso gut läuft, hat mich schon überrascht.
Wichtig, natürlich: Gleiten, das ist der Fahrmodus, den dieses Auto braucht. Man muss das Gaspedal nicht streicheln, aber die Gleitzeit so oft wie möglich ausnutzen – dann kommt man auf diese Verbrauchswerte. Selbst das CVT-Getriebe ist dann nicht hörbar. Soviel zur Zwischenbilanz. Meine Kollegen arbeiten schon am Alltagsbericht . . .
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