Die insolvente KTM AG und ihre ebenfalls zahlungsunfähigen Töchter KTM Components und KTM Forschung & Entwicklung schulden dem Finanzamt 18,6 Millionen Euro, der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) 15,1 Mio. Euro. Das berichteten die „Oberösterreichischen Nachrichten“ (OÖN) in ihrer Mittwoch-Ausgabe unter Berufung auf den Insolvenzantrag.
Insgesamt geht es in den Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung demnach um unbesicherte Verbindlichkeiten von knapp 2 Milliarden Euro, davon rund 1,3 Milliarden bei Banken. Am 20. Dezember finden im Landesgericht Ried die Berichtstagsatzung und erste Gläubigerversammlung statt.
Auszahlung vor dem 24. Dezember
Zuvor hatten die OÖN über die geplanten Auszahlungen an die Beschäftigten berichtet. Demnach sollen die Löhne und Gehälter jedenfalls vor Weihnachten überwiesen werden. Die Arbeiterkammer Oberösterreich gab gegenüber dem ORF an, dass sie diese um den 18. und 19. Dezember erhalten sollten. Bei den Arbeitergehältern sollen den Angaben zufolge 75 Prozent vom Nettolohn Ende dieser Woche ausbezahlt werden.
Bundesheer wirbt um Mitarbeiter
Indes wirbt offenbar das österreichische Bundesheer um Mitarbeiter des insolventen Motorradherstellers KTM in Mattighofen. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) sprach am Rande eines Truppenbesuchs im Kosovo von personellen Herausforderungen in ihrem Ressort. Die „traurige wirtschaftliche Entwicklung“, wenn Unternehmen gerade jetzt vor Weihnachten Mitarbeiter freisetzen müssen, „ist für uns auch eine Möglichkeit und unser Heerespersonalamt hat da schon die Fühler ausgestreckt“.
Das Heerespersonalamt habe dies bereits beim ersten Insolvenzverfahren der Möbelkette Kika/Leiner gemacht. „Wir sind jetzt auch wieder dran, und auch was KTM betrifft.“ Denn hier gebe es viele technisch ausgebildete Arbeitskräfte, sagte Tanner vor österreichischen Journalisten in Prishtina, ohne konkreter zu werden.