Es war eine der größten Suchaktionen aller Zeiten in der Oststeiermark - und sie ging glücklich aus: Am Wochenende durchkämmten hunderte Personen das weitläufige Gebiet in und um Fischbach. 190 Leute waren ab Samstagnachmittag im Einsatz, gar 240 ab Sonntagfrüh. Sie alle suchten nach einer Frau, die am Samstag gegen 14 Uhr als vermisst gemeldet wurde. Die Niederösterreicherin war zu Besuch in einem Haus einer Familienangehörigen.
Die Frau dürfte, so heißt es bei der Polizei, wegen einer Krankheit verwirrt gewesen sein. Sonntag gegen 16 Uhr stieß schließlich ein Rettungshund auf die Fährte der Frau. Die 35-Jährige wurde wenig später nur 500 Meter vom Familienhaus entfernt in einem Wald gefunden. Sie war nach mehr als 24 Stunden im Freien durchnässt und leicht verletzt, aber ansprechbar. Sie wurde in das Krankenhaus in Bruck gebracht.
„Uns ist allen ein Riesenstein vom Herzen gefallen“, schildert Michael Übeleis. Er ist seit 14 Jahren der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Fischbach und er leitete mit der Polizei den großen Einsatz. „Es war natürlich eine riesige Herausforderung, wir hatten noch nie etwas Vergleichbares.“ Im Einsatz waren nämlich elf Freiwillige Feuerwehren aus den Bezirk Weiz und Bruck-Mürzzuschlag, die Polizei, vier Rettungshundebrigaden und sogar Mitglieder der Wasserrettung. Sie alle durchkämmten die Wiesen und Wälder rund um Fischbach. „Das Gebiet ist sehr weitläufig. Allein unser Löschbereich ist 54 Quadratkilometer groß.“
Falsche Signale aus anderen Bezirken
Was die Suche noch erschwerte: Vermeintliche Handysignale der Abgängigen wurden auch in St. Jakob (Bezirk Bruck) sowie im Bezirk Neunkirchen (Niederösterreich) geortet. Deshalb wurde auch dort gesucht. Umsonst. „Diese Signale haben aber nicht gestimmt“, so Übeleis. Er koordinierte den Einsatzstab. Übeleis lobt die hunderten Männer und Frauen, die nach der Frau suchten. „Der Aufwand war psychisch und körperlich enorm.“
Was Michael Übeleis von diesen dramatischen Stunden mitnimmt: „Wir sind gerade dabei, den Einsatz aufzuarbeiten. Wir haben viele Erfahrungen gewonnen.“ Bewährt hat sich da unter anderem das Leitfahrzeug der Feuerwehr Gleisdorf samt großem Monitor und digitalen Karten der Region. Dankbar ist er auch für viel Hilfe aus der Bevölkerung. So wurde am Sonntag sogar für die Einsatzkräfte gekocht. Und Mitglieder der Landjugend und des Musikvereins wären Sonntag auch noch ausgerückt. Knapp davor wurde die Frau aber gefunden. Das Fazit des Kommandanten: „Vieles hat super funktioniert.“