Nur noch zwei Wochen hat der Lebenshof Edelweiß Zeit, das Grundstück neben der Mur in Wildon zu räumen. Der Pachtvertrag für den Hof und die angrenzenden Wiesen neben dem Stadion wurde zuletzt vom Besitzer aufgekündigt. Rund 70 Tiere müssen daher bis 30. Mai umziehen. Doch wohin, ist derzeit noch ungewiss.

Gelände soll verkauft werden

Zwar wollte der Verein mit Ende 2025 ohnehin eine neue Bleibe finden – in Höhe von 3800 Euro war die monatliche Pacht eine große Belastung – die verfrühte Kündigung kam aber trotzdem überraschend. „Der Hof soll laut Verpächter an jemanden verkauft werden, ein Interessent war auch schon zu Besuch und hat sich alles angeschaut“, so Obmann Emanuel Wenk.

Den Hof selbst zu kaufen kommt nicht in Frage, denn es ist dem Verein unmöglich, den Kaufpreis von mehr als einer halben Million Euro zu stemmen. Zudem umfasst der Verkauf lediglich den Hof selbst, die Wiesen, auf denen derzeit die Rinder und Pferde stehen, befinden sich im Besitz der Gemeinde Wildon, die diese zukünftig nicht mehr verpachten will.

Neuer Standort scheitert an Finanzen

So bleibt nur die Suche nach einem geeigneten Nachfolgestandort, den der 49-Jährige in Kumberg gefunden haben könnte. „Es sind fünf Hektar Grund dabei, für unsere Lage wäre das ideal“, erzählt er. Allerdings wäre zur Finanzierung des 350.000 Euro teuren Anwesens ein Kredit nötig. Da der Verein keine Rücklagen hat und sich rein durch Spenden und Mitgliedsbeiträge über Wasser hält, kann er einen solchen aber nicht aufnehmen.

Für Pferde und Rinder werden noch Pflegeplätze gesucht
Für Pferde und Rinder werden noch Pflegeplätze gesucht © Lebenshof Edelweiß

Trotzdem gibt das ehrenamtliche Team die Hoffnung nicht auf und bemüht sich um vorübergehende Pflegeplätze für die Tiere, bis die Frage des neuen Zuhauses geklärt ist. Hühner, Schafe, Schweine, Hunde und Katzen sind bereits untergebracht, Pferde, Esel und Rinder noch nicht. „Für unser sehr altes, blindes Pferd und dessen Begleitpferd haben wir aber schon einen Platz gefunden“, erzählt Marilena Bisaccia.

Im März des Vorjahres hatte sie das Amt der Vereinsobfrau übernommen, dieses angesichts der großen organisatorischen Herausforderungen beim Umzug kürzlich aber wieder an Wenk, den erfahrenen Gründer des Hofes, abgegeben. Die Abläufe ändern sich dadurch jedoch nicht, Entscheidungen werden wie bisher gemeinsam getroffen und am gleichen Strang gezogen.

Verein sucht nach Unterstützern

Für den Vorstand und die weiteren Mitglieder des insgesamt achtköpfigen aktiven Teams liegt der jetzige Fokus daher auf der rechtzeitigen Unterbringung aller noch verbliebenen Tiere. Um diese zu versorgen und den Hof an einem neuen Standort wieder aufbauen zu können, wurde eine Spendenkampagne auf der Plattform GoFundMe gestartet.

An den verbleibenden Mai-Sonntagen lädt der Verein Unterstützer und Interessierte zu einem gemütlichen Tag auf den Lebenshof ein. „Wir machen noch zwei Mal unseren Hoftag“, kündigt Bisaccia an. Bei Bubble-Waffeln und pflanzlichen Fajitas bietet sich Besuchern die wohl letzte Gelegenheit, gerettete Tiere kennenzulernen und den Lebenshof zu besichtigen.