Die Heidelbeersträucher tauchen den Hügel in bunte Herbstfarben. Daneben stehen ein paar kahle Bäume, unscheinbar, in Reih und Glied. Ihr Laub haben sie bereits verloren und auch ihre Früchte wurden diese Woche gepflückt: Familie Kienreich aus Mitterfladnitz (zwischen Eichkögl und Markt Hartmannsdorf) hat nämlich ihre erste kleine Kaki-Ernte eingefahren.

Neue Standbeine notwendig

Auf den in Summe 29 Hektar Obstflächen (bio und koventionell) fallen die paar Bäume freilich nicht ins Gewicht. Aber es ist ein Versuch. "Wir waren eigentlich ein traditioneller Apfelbetrieb", erzählen Karl und Silvia Kienreich. Weil die Preise aber immer schlechter wurden, hat man sich in den vergangenen Jahren mehrere Standbeine geschaffen. "Man muss immer offen sein für Neues - und arbeitswillig."

Die Reihe der Kaki-Bäume
© Verena Gangl

Neu ist die Frucht nicht überall: In China gedeiht die "Götterfrucht" seit mehr als 2000 Jahren. Mittlerweile entdeckt man die Kaki auch vereinzelt in Gärten in der Region. Und jetzt auch zwischen Heidelbeeren, Äpfeln, Ribiseln und Holunder bei Familie Kienreich. 2019 hat sie die ersten Kaki-Bäume gepflanzt und heuer erstmals eine Ernte eingefahren, die nun in den Selbstbedienungsläden verkauft wird. "Sie brauchen ein paar Jahre, bis sie tragen. Und voriges Jahr dürfte der Frost ein Problem gewesen sein", bilanziert Karl Kienreich. Denn die Kaki mag es warm und vor allem keinen Frost.

Die Familie versucht sich an verschiedenen Sorten der Kaki
© Verena Gangl

Erste Erkenntnisse aus dem Anbau

Geerntet hat man die Kaki deshalb in den vergangenen Wochen. Und Karl Kienreich senior hat da auch eine Erkenntnis daraus gezogen: "Die Frucht bekommst mit den Händen fast nicht runter - da brichst du den Ast mit ab." Ohne Schere und später wohl Leiter geht also nichts.

An drei Sorten hat sich die Obstbaufamilie versucht. "So möchten wir möglichst viel Wissen sammeln", sagt Silvia Kienreich. Um im großen Stil Kakis anzubauen, müsse man der Frucht aber noch mehr Bedeutung geben - etwa um sie vor Frost zu schützen. Auch wenn es wärmer wird, der Frost bleibe ein Thema. "Das ist sehr aufwendig und kostspielig", weiß Karl Kienreich auch von den Apfelblüten, die man etwa mit einem Beregnungssystem vor dem Blütenfrost schützt.

Auch das Nachbarhuhn schaut am Hof vorbei. Ob ihm die Kaki schmeckt?
© Verena Gangl

"Wollen einen gerechten Preis"

Kosten sind überhaupt ein großes Thema für die Landwirte. Einerseits steigen die Produktionskosten, vom Handel abgegolten werde das aber nicht. Auch die Förderungen sieht die Familie kritisch. "Das ist eigentlich für den Konsumenten, damit der Preis nicht steigt. Wir wollen aber einfach einen gerechten Preis", sagt Silvia Kienreich und greift nach einer Kaki, die in einer der Steigen liegt.

Und wie schmeckt die Frucht eigentlich? "Sie ist süßlich, ähnlich wie eine Mango." Aber wichtig: Die Kaki muss richtig reif und ganz weich sein, damit sie schmeckt. "Am besten man löffelt sie. Ernten darf man sie nicht ganz reif, wenn es friert, wird sie nämlich matschig. Wir haben versucht, Äpfel dazuzulegen für den Reifeprozess", sagt Karl Kienreich und dreht demonstrativ eine reife Kaki in den Händen.