Die jüngste Gemeinderatssitzung in Mureck schien kein Ende nehmen zu wollen. Allein der öffentliche Teil dauerte mehr als drei Stunden. Im Sitzungssaal des Rathauses diskutierten die Murecker Gemeinderäte insgesamt 29 Tagesordnungspunkte, darunter etwa der Rechnungsabschluss 2025 oder der Verkauf der Zinshaus-Anlage.
Doch damit nicht genug: ÖVP und FPÖ brachten zusätzlich sieben Dringlichkeitsanträge ein. Wie schon in vergangenen Sitzungen blieben dabei hitzige Wortgefechte und der eine oder andere spitze Seitenhieb nicht aus.
Hick-Hack um Saalbestuhlung
So kam es zu einer hitzigen Debatte, als FPÖ-Fraktionsobmann Tim Tschinkel den Antrag einbrachte, künftige Gemeinderatssitzungen im Sitzungssaal des Rathauses abzuhalten und nicht wie bisher im Kulturzentrum. Im Rathaus passt ihm die Bestuhlung jedoch nicht – wie er bereits einmal angemerkt habe. Diese war auch Auslöser eines Wortgefechts: „Die Sitzordnung sollte so sein, dass beim Zurückrücken der Stühle ausreichend Platz vorhanden ist. Außerdem braucht es genügend Stühle für Zuhörer“, kritisierte er mit Nachdruck in Richtung Ortschef Klaus Strein.
Auf diese Aussage reagierte Strein äußerst allergisch: „Ich habe es satt, dass alles schlechtgeredet wird. Dann macht es doch selbst. Für die Bestuhlung bin ich nicht zuständig.“ Ein anderer Mandatar versuchte zu beschwichtigen: „Das kann man wirklich intern klären.“ Der Antrag wurde schließlich angenommen.
Ebenfalls beschlossen wurden weitere FPÖ-Anträge, darunter eine Verlängerung der Aufbewahrung für Rechnungen und Finanzunterlagen von sieben auf 15 Jahre oder die Prüfung des Lärmpegels an der Hauptstraße L203 in Eichfeld. Insgesamt stellte die FPÖ vier Anträge, inklusive eines fünften gemeinsam mit der ÖVP.
Kindergemeinderat wird fortgeführt
Die weiteren Debatten verliefen ruhiger und spätestens bei diesem Punkt herrschte wieder Einigkeit unter den Mandataren: ÖVP-Vizebürgermeisterin Gerda Minauf sprach die Zukunft des Kindergemeinderats an: „Die erste Generation läuft aus. Es gibt die Möglichkeit, ab September eine zweite Generation zu initiieren.” Nach kurzer Diskussion, in der auch der Mehrwert des Projekts hervorgehoben wurde, stimmte man für dessen Weiterführung.
Zum Ende der Sitzung meldete sich dann Vizebürgermeister Alfred Zaruba (Liste Klaus) zu Wort, mit der Bitte, die Tagesordnung in den kommenden Gemeinderatsitzungen wieder kürzer zu halten.