Traditionell ist die Innovation in der steirischen Landwirtschaft im Bezirk Südoststeiermark beheimatet – zumindest wenn man nach den Ausgezeichneten beim Landwirtschaftskammer-Innovationspreis namens Vifzack geht. Und auch heuer begeistern südoststeirische Bäuerinnen und Bauern beim Voting: Der Fehringer Junglandwirt Samuel Friesinger(24) schaffte es sogar unter die sechs Spitzenreiter.
Betrieb von Null aufbauen
Obwohl Friesinger erst vor kurzem angefangen hat und den Betrieb von Null aufbaut, stehen die Chancen durchaus gut, betont Landwirtschaftskammer-Präsident Andreas Steinegger: „Die Projekte zeigen, dass Innovation und Erfolg keine Frage der betrieblichen Größe sind.“ Genaueres weiß man nach der Preisverleihung am 11. März.
Dabei wollte Friesinger eigentlich einmal Dachdecker werden. Stattdessen ist der 24-Jährige heute Fleischermeister, Direktvermarkter, Winzer, Tankstellen-Mitbetreiber und eben Vollblut-Landwirt, der mit alten Rassen bewusst neue Wege geht. Mit der eigenen Fleischerei beliefert er mehr als 50 Billa-Filialen mit „Friesinger Fleisch- und Wurstspezialitäten“ aus 100 Prozent Vulkanlandschwein.
Seltene Schweinerasse „Bunte Bentheimer“
Parallel entsteht seine eigene kleine Freilauf-Landwirtschaft in Fehring. Rund 50 Mastschweine, neun Muttersauen, die Pracht-Eber „Hank“ und „Sherlock“ sowie alte Geflügelrassen leben dort. Friesinger setzt aber vor allem auf Robustheit und Qualität des fast schon vergessenen „Bunten-Bentheimer“-Schweins. Die Tiere würden langsamer wachsen und intramuskulär marmoriertes Fleisch liefern, erklärt der Innovationspreisanwärter. Für diese Qualität zahlen die Kunden gerne, betont er: „Vor allem wenn’s ums Grillen geht.“
Zwei Preise für Friesingers Spezialitäten
Bei anderen Preisausschreibungen war der 24-Jährige damit bereits erfolgreich, so holte Friesingers Bentheimer-Edelschimmelsalami seinen ersten Landessieg bei der Spezialitätenprämierung der Landwirtschaftskammer. Und ein magnesiumversetzter Leberkäse mit Long-Life-Mineralwasser brachte ihm und seinem Vater Karl Friesinger den Sonderpreis „Produkt Kreativ“ beim Vulkanlandinnovationspreis ein.
Auch für die nahe Zukunft hat er schon große Pläne, so will er etwa neben der familieneigenen ENI-Tankstelle in Feldbach eine Fleischerei-Filiale eröffnen und am Hof in Fehring auch Rinder halten. Der Fokus auf alte Rassen und Qualität soll allerdings bestehen bleiben: „Ich will nicht Masse machen, sondern etwas Besonderes“, sagt Friesinger.