Diese Gastgeber verwöhnen nicht nur kulinarisch, sondern schaffen auch Raum und Zeit, um durchzuschnaufen. Das sind die fünf Nominierten in der Kategorie „Gastgeber“ bei der Wahl zu den Köpfen des Jahres 2024.
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Michael Gangl
Michael Gangl aus Tieschen betreibt gemeinsam mit seinen Eltern das Naturweingut Kobatl in Tieschen. Seit 2020 produziert er dort ausschließlich Naturweine. Das bedeutet, dass Gangl im Gegensatz zur klassischen Weinproduktion auf jegliche Zusatzstoffe verzichtet. Diese sogenannten PIWI-Weine vertreibt er mittlerweile weltweit.
Doch der junge Kellermeister stellt nicht nur Naturweine her. "Im Zuge der Naturweingeschichte wollten meine Eltern auch gleich eine Lounge eröffnen", erzählt Gangl. Gesagt, getan: Einige Monate im Jahr hat seither auch die „Grean&Lounge" für Gäste geöffnet. Beim Konzept setzten die Gangls – wie auch bei den Naturweinen – auf wenig Schnickschnack, Regionalität und saisonale Produkte. „Es ist kein Buschenschank, sondern ein bisschen alternativer. Im Prinzip bieten wir nur das an, was saisonal gerade zur Verfügung“, so Gangl. Auf dem Biohof Kobatl versucht man auch, Musik, Kunst und Kulinarik zu verbinden: Die „Grean Session“ oder das „Egalo Wine Fest“ waren in den vergangenen Jahren, vor allem bei der Jugend, beliebte Veranstaltungen.
Hava und Arton Ismaili (Gelateria Reina)
Das Eismachen liegt Hava und Arton Ismaili aus Gleisdorf im Blut. Entstammen die beiden gebürtigen Mazedonier doch aus einer Eismacher-Dynastie. Während Arton Ismailis Vater Eissalons quer durch Kroatien betreibt (etwa in beliebten Urlaubsorten wie Opatija oder Malinska), führt Hava Ismailis Vater eine Gelateria in Bärnbach. 2021 eröffneten die damals 25-Jährigen ihren Eissalon nach italienischem Vorbild in Gleisdorf. Seither stehen die Eisfans von März bis Oktober vor dem Salon Schlange.
Mehr als 28 Eissorten hat Arton Ismaili im Angebot, mehr als hundert Rezepte im Kopf. Sein persönliches Erfolgsrezept? „Wir versuchen jeden Tag unser Bestes zu geben“, sagt Ismaili. Aufgrund der großen Nachfrage eröffnete das Paar heuer in Weiz einen zweiten Standort. Und: Gleisdorf wird schon an einem größeren Standort auf der gegenüberliegenden Straßenseite gearbeitet. Dort will man künftig nicht nur „Gelato-to-Go“, sondern auch Sitzplätze im Innen- und Außenbereich, sowie Kaffeespezialitäten anbieten.
Die Winterpause verbringt das Paar in Opatija und in Mazedonien, wo in den Eissalons der Familien ausgeholfen wird, sowie bei Fortbildungen in Gelato-Schulen und auf Gelato-Messen in Italien, wo neue Inspiration gesammelt wird.
Stephan Berger
Bereits seit den späten 90er-Jahren hat sich das „Familienhotel Berger“ in St. Jakob im Walde auf Familien und Kinder spezialisiert. „Wir haben uns damals sowohl im Hotel- als auch im Tages-Bereich darauf fokussiert“, erklärt Stephan Berger, der den direkt beim „Familienschiberg St. Jakob im Walde“ gelegenen Betrieb bereits in dritter Generation führt. Engagement, das belohnt wurde, so durfte man sich heuer über eine Auszeichnung als „Kinder- und Familienfreundliche Gaststätte“ freuen.
Kein Wunder, stehen doch spielerische Aktivitäten mit Bildungscharakter im Mittelpunkt des Hotels. Im Angebot: Sommers wie winters abwechslungsreiche Aktivitäten, die kleine und große Gäste begeistern. „Wir haben eine Kinderbetreuerin, die beim Wandern den Kleinen auch die Natur näher bringt. Da vergehen dann zwei Stunden wie im Flug“, so Michele Berger, die später einmal in die Fußstapfen ihres Vaters treten will. So wird man dem Begriff „Familienhotel gleich im doppelten Sinne gerecht.
Franz Maitz und Aleksandra Piecak-Maitz
Franz Maitz und Aleksandra Piecak-Maitz führen die Kaffeerösterei Maitz mitten in den Weinbergen von St. Anna am Aigen mit gläserner Manufaktur. Begonnen hat das Duo 2016 mit einem halben Sackerl Rohkaffee und einem uralten Röster in einer kleinen Garage, heuer wurde die Kaffeerösterei bereits zum zweiten Mal in Folge von Falstaff zur besten Kaffee-Location der Steiermark gekürt. Fragt man den Kaffeeexperten, wie er sich den großen Erfolg erklärt, nennt er vier Komponenten: „Die Location, die Qualität, die wir immer wieder versuchen zu toppen, die Menschen, die bei uns arbeiten, und die Menschen, die uns besuchen.“
Heuer verbrachten die beiden mehrere Wochen in Südamerika, um hautnah zu erfahren, wie aufwändig die Kaffeeernte ist. Sie besuchten dafür ihre Partner auf verschiedenen Farmen in Brasilien.
Bettina Fink-Haberl und Hans Peter Fink
1924 in Walkersdorf eröffnet, feierte das Gasthaus Haberl Mitte April dieses Jahres seinen 100. Geburtstag. Zahlreiche Promis aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft waren mit dabei. Mit ihrer Rückkehr aus Salzburg verwirklichte sich Bettina Fink-Haberl ihren eigenen Traum, nämlich Obst und Gemüse einzulegen. Schnell war „Fink‘s Delikatessen“ geboren.
Von dem Moment an, als ihr Mann Hans Peter Fink schließlich Wien ebenso den Rücken kehrte, wurde das Gasthaus Haberl gemeinsam mit Bettinas Bruder Mario im Dreierteam geführt. Prompt durfte sich das Trio über erste Auszeichnungen wie den „Wirt des Jahres“, den „Weinwirt der Steiermark“, oder die „Trophée Gourmet“ freuen. Seit Ende 2023 führt die Familie die dritte Gault&Millau-Haube und dieses Jahr folgte die Ehrung zum staatlich ausgezeichneten Ausbildungsbetrieb.