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Ein politisches Signal?So reagieren steirische Politiker auf Wutbauer und Spendenaktion

Während die Spendensumme für Christian Bachler auf über 300.000 Euro gewachsen ist, ging die aufsehenerregende Aktion auch an den Parteien nicht vorbei. Hier Reaktionen von Politikern aller Landtagsparteien.

Auf der Alm fing im Jahr 2019 alles an: Christian Bachler mit Spendeninitiator Florian Klenk
Auf der Alm fing im Jahr 2019 alles an: Christian Bachler mit Spendeninitiator Florian Klenk © Peter Haselmann
 

Bis gestern Nachmittag haben Tausende Kleinspender mehr als 300.000 Euro via Bezahlsystem Paypal für Christian Bachler überwiesen. Dazu 10.000 Euro, die per Überweisung aufs Konto gingen. Der Wutbauer aus Krakauebene im Bezirk Murau bedankte sich mit Videobotschaften und will seinerseits helfen: Er schlachte wie ohnehin fürs Weihnachtsgeschäft vorgesehen drei Stiere. Den Fleisch-Erlös wolle er Institutionen geben, die sich mit dem Thema psychische Gesundheit und Suizidprävention beschäftigen. Das sei auch für Bauern ein wichtiges Thema.

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Danke für Ihr Verständnis.

pregwerner
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Konsumentengedanken

Ich kann bei dem Thema nur als "Konsument" mitreden.

Da fällt natürlich die Ungleichheit auf welche von einem gekauften Liter Milch an Bauer bzw. Vermarktung gelangen...

Bisan
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Politiker

Schön wie sich die Politiker doch für Chr. Bachler freuen. Das die Politik jedoch viele von den Bauern in den Ruin treibt wird in keinem Wort erwähnt.
Der Bauer ist heutzutage der Angestellte der Regierung, er muss produzieren, muss immer am neuesten Stand sein um den Vorgaben zu entsprechen, egal ob er sich damit bis zum Lebensende verschuldet. Dafür erhält er quasi ein "fixes Gehalt" sprich Förderung von denen er dann aber leider auch nicht leben kann.
Jetzt wünscht man sich zum Weihnachtsfest das auch unsere Landwirte wieder einmal Thema in der Politik werden und sie in manchen Dingen etwas selbstständiger und handlungsfähiger werden lässt. Auch wir Konsumenten können einen großen Teil dazu beitragen.

bimsi1
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Jeder darf vegetarisch leben.

Wie sich jeder Mensch ernährt und wieviel Geld für Lebensmittel ausgegeben wird, liegt in den Möglichkeiten jedes Einzelnen. Jeder darf sich auch vegetarisch ernähren. Oder wenigstens zu 50% oder 70 %.

wahlnuss
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Den Tauben fliegen Tauben zu,

den Spatzen fliegen Spatzen zu und den Adlern die Adler. Es gibt innerhalb der Bauernschaft die Großgrundbesitzer, deren Vertreter fest in der Kammer verankert sind und die Jahr für Jahr das große Geld von der EU kassieren. Daneben gibt es viele Kleinbauern und Nebenerwerbsbauern, die nur einen Bruchteil der Förderung erhalten und deren Arbeitszeit und Investition sich nicht im Börserl niederschlägt. Das Förderungssystem stützt diejenigen, die viel Besitz (ererbt) haben und bestraft diejenigen, die es mit Fleiß, Arbeitszeit und wertvollsten Produkten nicht wett machen können. Auf diese "Verlierer" warten die Filetierer der Banken, früher genannt Pleitegeier.

erstdenkendannsprechen
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nicht nur das - da gibt es viele punkte, die nicht passen.

zb. die höhe der sozialversicherungsbeiträge.
ab einem gewissen einkommen (vereinfacht gesagt) hat man die höchstbeitragsgrundlage pro versichertem erreicht. in den letzten jahrn hat sich die anzahl der landwirte zt drastisch verringert. die fallen also als versicherte weg. gleichezeitig stieg die zahl jener, die die höchstbeitragsgrundlage erreichten: sie pachteten (vor allem) oder kauften (weniger) die flächen derer, die nun keine landwirte mehr sein. alles in allem ging der versicherung (damals noch svb) ein brocken ab - deswegen waren sie sehr dahinter, die beiträge zu erhöhen (und das wirkt sich nun mal bei den klein- und kleinstbetrieben stärker aus). nur ein beispiel.

Dianthus
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Fairer Preis

Da ich in vielen Kommentaren die Forderung nach einen fairen Preis lese, ebenso die Forderung der Abschaffung der Subventionen mit dem Conclusio: Jeder Lanwirt soll von seinen Erzeugnissen leben können ohne von Subventionen abhängig zu sein.

Das wünscht sich doch jeder Landwirt. Doch durch die Subventionen können sich die meisten Österreicher Lebensmittel aus heimischer Produktion und in TOP-Qualität leisten. Würden alle Förderungen und Subventionen gestrichen werden - müssten die Bauern das drei/vierfache zum Überleben verlangen. Die Folge daraus wäre ein noch schnelleres Bauernsterben, denn die breite Bevölkerung kann es sich nicht leisten im Monat das vierfache für Lebensmittel auszugeben. Die Masse würde auf Billigprodukte aus dem Ausland setzen. Dadurch gehen nur noch mehr Bauern ein. Der Bergbauer wird unter solchen Bedingungen nicht überleben können. Also hört endlich auf mit dem Subventionsbashing. Ihr alle profitiert davon durch günstige Lebensmittel in TOP Qualität. Auch BIO ist dadurch bei uns leistbar. Vergleicht man dieses System mit den USA - sind dort BIO Produkte nur etwas für die ganz Reichen... Aber ich hör jetzt schon auf...

erstdenkendannsprechen
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nicht nur das:

der anteil des durchschnittlichen monatseinkommens, das ein haushalt für lebensmittel ausgeben muss, beträgt heute weniger als ein viertel als zb. vor 50 jahren. dadurch konnten andere branchen gewinnen: tourismus, dienstleistung, handel usw. wenn man in den 60er jahren die hälfte seines einkommens für lebensmittel ausgab (knapp, und im durchschnitt) so sind es heute zehn prozent. und da ist nun viel mehr übrig für: mobilität und reisen, dienstleistungen die man konsumiert, waren die man sich kauft.
jeder kann an seine jugend zurückdenken (sofern er nicht ganz jung ist) und wird feststellen: wer ging wie oft zum frisör und wie ist das heute? gab es irgendwo ein nagelstudio, einen hundefrisör, reiste fast jeder zweimal im jahr wohin? nein - das geld dazu war nicht da.
agrargelder sind konsumförderungen. und deswegen haben wir sie. nicht weil sich irgendwer um die bauern schert.

MoritzderKater
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Was liest man in den Kommentaren?

Einerseits NEID, weil es jetzt einmal ein *Bauernmärchen* gibt und einem, der das System anprangert, geholfen wird und von der Politik, die ja ohnedies immer alles zum Wohle der Landwirte regelt, die Ausreden und falschen Ansätze.

Niemand hat etwas zu verschenken, gute Qualität gilt in jedem Bereich durch Einsatz von guten Materialien (Futter) und speziell in der Aufzucht von Tieren, das Hauptaugenmerk auf artgerechtes Leben.
Wer das nicht in seiner Gedankenwelt intus hat, der wird NIE etwas mehr für gute Qualität zahlen wollen, sondern immer nur die Quantität im Auge behalten..
Zum Schaden seiner selbst (Gesundheit) und natürlich der Bauern !!!

salem2708
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"das phöse System"

jaja, das System ist Schuld daran, dass "wir" uns aufgeilen, wenns beim Discounter ein Hendl um 3,99 gibt. Das System ist Schuld wenn "wir" massenweise zum Möbelhaus rennen und ein Riesenwiener von irgendwoher um 2,99 speisen. Das System ist auch Schuld, wenn sich wer finanziell übernimmt. Hauptsache man hat ein unidentifizierbares etwas wie ein "System" auf das man schimpfen kann - nein, selbst kann man da nicht verantwortlich sein, das System ist Schuld, eindeutig...ich hoffe, jeder der für den Wutbauern gespendet hat, kauft seine Lebensmittel regional oder zumindest bewusst (beim Bauern, beim regionalen Onlinehandel, etc.). DAS wäre eine Nachhaltige Aktion, nicht schnell 100€ fürs Gewissen spenden und dann wieder schnell zur 2 für 1 Aktion Schnitzelfleisch besorgen...Die Supermärkte bieten an, was nachgefragt wird und wären leicht umzustimmen, wenn "wir" alle mitziehen und den Billigschrott nicht mehr kaufen! wie sagt man: der´´'s verkaufen kann ist nicht der Depp...

alsoalso
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Bauernbund hat die Verantwortung in Österreich seit 1987

Warum kann sich der Bauernbund in der ÖVP nicht durchsetzen? Die ÖVP holt sich von der Wirtschaft das Geld und den Bauern die Stimmen! Wie es eine Straßenverkehrsordnung zum Schutze der schwächeren Verkehrsteilnehmer geben muss, muss es in der (öko)sozialen Marktwirtschaft Schutz für die Schwächeren geben! Seit Jahrzehnten bestimmen die "Schreibtischbauern" die Agrarpolitik - daher ist die Hauptaufgabe des Steirischen Bauernbundes das Veranstalten des größten Balles von Europa - sehr peinlich. Weiters: in der Landwirtschaft ( wie auch in vielen anderen Bereichen) wird seit Jahrzehnten von der Substanz gelebt....Tierfabriken; Umwelt; Chemie u. Arzneimitteleinsatz; Verkauf von Baugrund ( lebendes Beispiel : Schule Grottenhof- für einen neuen Stall wird 5Hektar Acker verkauft); Transporte rund um die Welt und Ausbeutung der sogenannten "Dritten Welt"

gberghofer
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Während bedürftigen Personen nie solche Spenden lukrieren könnnen

erhält ein Bauer der selbstverschuldet in diese Situation gekommen ist. hunderttausende Euros. Das ist einfach verrückt.

wahlnuss
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Bei unseren jüdischen Vorfahren gab es das Jobeljahr.

Alle 50 Jahre, also nach 7 mal 7 Jahren das darauffolgende Jahr. Dies bedeutete, dass nach 49 Jahren den Untergebenen ein vollständiger Schuldenerlass gewährt wurde. Ihnen wurde ihr Erbland zurückgeben und die (Schuld)Sklaverei aufgehoben. Alle 50 Jahre, damit konnte keiner spekulieren. Und so ein Jobeljahr ist eben gerade jetzt, uns ganz nahe. Es trifft nur die oder den, die verschuldet sind. Ein wahrhaft göttlicher Vorschlag. Wer nicht schuldig ist, kann auch nicht entschuldet werden. Meist fallen Steine...

ma12
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HaHa

Bist ein "Großbauer" der seine Schweine spritzt, damit sie schneller wachsen oder ein Funktionär der Giebelkreuzmafia?

gberghofer
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Der Niveau-Unterschied zwischen der Online- und Printausgabe

der Kleinen Zeitung ist enorm. Das betrifft vor allem die Wortwahl.

phistofeles
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Ein Mensch darf auch einmal einfach Glück erfahren, ist doch berührend.

Mich bestärkt es, auch andere noch mehr zu unterstützen.
Da gewinnen alle, keiner verliert.
Gerade im gesellschaftlichen Corona-Alarmzustand tut diese gemeinsame solidariche Wirkmächtigkeit nur gut.

altbayer
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Sinnbildlich,,,

'"Ein System in dem keiner mehr mitmachen will ....?" - Zitat aus Artikel.

Wir wollen gegen das System aufbegehren.....
....... aber die Fördergelder vom System wollen wir schon.

Da ist so viel Verlogenheit von ALLEN dabei.

glashaus
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@altbayer

nichts gegen Förderungen, aber nicht für Großgrundbesitzer oder Multifunktionäre. Förderungen für Qualität und Tierwohl.

Patriot
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Das sog. AMA "Gütesiegel" ist Beispiel für dieses kranke System!

Gaukelt den Konsumenten "Bio" und tiergerechte Haltung vor, ist aber alles andere als das! Es bewirbt Produkte aus der Massentierhaltung und von gespritzten Feldern.

Balrog206
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Na

Es bewirbt nur das es aus Österreich kommt ! Den Rest dichtet sich jeder selbst dazu wenn er im tv ein kl Schweinchen auf der Wiese sieht !

glashaus
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Gütesiegel

wozu? Ich kaufe mein Fleisch beim benachbarten Bauern. Der hat zwar kein AMA Gütesiegel aber ich seh wie die Schweine und das Rindvieh auf der Wiese grasen. Und zudem brauch ich dort auch nicht den ganzen AMA Bürokratismus mitbezahlen.

SagServus
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Ich kaufe mein Fleisch beim benachbarten Bauern.

Nicht jeder hat einen benachbarten Bauern.

Und im normalen Geschäft hat man mit einem Gütesiegel zumindest noch irgendwie einen Anhaltspunkt was man kauft (sofern damit nicht Schinluder betrieben wird).

Patriot
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Die Wurst kommt aus Österreich. Das Fleisch, aus dem sie gemacht wurde, vom Schwein aus Polen.

Dann pickt das AMA"Gütesiegel" drauf!
So schaut's aus!

pwebhofer
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Was war das Problem?

Ich hab noch nicht ganz verstanden, was das konkrete Problem vom Wutbauern war und was das mit all den anderen Agrarproblemen zu hat. Weiß das wer?

altbayer
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GELD

Das Geld ist ihm ausgegangen - und die ANDEREN sind daran Schuld.

hfg
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Lesen sie die Berichterstattung

Dort wird die Situation der Landwirtschaft ziemlich detailliert erklärt.
Dieser Bauer hat seinen Ärger artikuliert und mit Florian Klenk zufällig jemand gefunden der das publik gemacht hat.

alsoalso
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Verantwortliche winden sich jetzt

Herr Landesrat Seitinger ist seit 2003 im Amt und jetzt redet er von fairen Preisen. "A faire Milch" hat man abgewürgt! In seiner Amtszeit haben ein Viertel der Bauern das Hoftor geschlossen. In Wien gibt es seit 1987 (Josef Riegler) ÖVP-Landwirtschaftsminister und noch immer keine verpflichtende Herkunftskennzeichnung. Seit 2002 werden die Förderungen in Euro abgewickelt. Der Euro hat in dieser Zeit 55% an Wert eingebüsst - die Auszahlungszahlen sind gleich geblieben - unvorstellbar wäre das bei Pensionen und der Kinderbeihilfe. Die Aktion vom Bergerhof beweist, dass der Großteil der Bevölkerung zu den Bauern hält!

 
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