Wie geht es den Männern im Bezirk Murau wirklich? Mit dieser Frage beschäftigt sich ein gemeinsames Projekt der Initiative „murauerInnen“ und Studierenden der Sozialen Arbeit an der FH Joanneum. Die Ergebnisse werden am Josefitag, 19. März, in einer öffentlichen Online-Veranstaltung präsentiert.
Druck durch traditionelle Rollenbilder
Ein Semester lang haben fünf Studierende Interviews mit Männern aus der Region geführt sowie Gespräche mit Expertinnen und Experten ausgewertet. Dabei ging es um Rollenbilder, Erwartungen und die Frage, welche Bedürfnisse Männer im Alltag haben.
Ein Ergebnis der Gespräche: Über das eigene Mann-Sein zu sprechen fällt vielen schwer. Während Themen wie Care-Arbeit oder Gleichstellung seit Jahren öffentlich diskutiert werden, bleiben Herausforderungen von Männern oft unausgesprochen. „Kein Thema, passt schon“, lautete eine häufige Reaktion – obwohl viele Befragte durchaus Druck durch traditionelle Rollenbilder spüren.
Männer bewerten sich gegenseitig
In den Interviews zeigte sich außerdem, dass Männer sich innerhalb ihrer eigenen Netzwerke oft stark bewerten oder miteinander konkurrieren. Gleichzeitig äußerten viele den Wunsch nach mehr Offenheit, gegenseitiger Unterstützung und Gesprächen auf Augenhöhe.
Gerade im ländlichen Raum seien die Hürden für Hilfesuche hoch, berichten die Projektverantwortlichen. „Man ist in keinster Weise anonym – jeder kennt jeden“, lautete eine häufige Einschätzung der Befragten. Angebote wie Männergruppen könnten daher ein niederschwelliger Einstieg sein, um miteinander in einen offenen Austausch zu gehen, sowohl über Alltägliches als auch über Belastungen. Idealerweise findet dieser Austausch generationenübergreifend statt.
Die Ergebnisse des Projekts werden am 19. März um 19 Uhr in einem Zoom-Meeting vorgestellt. Als Gesprächspartner sind unter anderem der Murauer Psychotherapeut Stefan Schrittesser sowie die Autorin und Suizidpräventionsexpertin Carmen Schlojer zu Gast.