In seiner Wohnung in Murau stapeln sich mehr als 20 Tagebücher – Notizen von Reisen, Durchquerungen ganzer Länder, Begegnungen mit Menschen in Asien, Afrika und Südamerika. Jahrzehntelang hat Hans Höfl seine Erlebnisse festgehalten. Nun hat er einen Teil dieser Aufzeichnungen zu einem Buch verarbeitet. Es trägt den Titel „Aufzeichnungen eines Vagabunden“.

Am Mittwoch, 11. März, stellt Höfl sein Werk gemeinsam mit Verleger Wolfgang Hager beim Egidiwirt in Murau vor. Beginn ist um 19 Uhr.

Schon als Jugendlicher in den 1970er-Jahren zog es Höfl hinaus in die Welt. Sein Geld verdiente er in der Schweiz. Ein Auto wollte er sich davon nie kaufen. „Ich wollte reisen, Länder durchwandern und die Menschen kennenlernen“, sagt er. Seine Reisen führten ihn quer durch mehrere Kontinente. Ohne Handy, ohne Navigationssystem. „Ich musste die Sprachen lernen, um mit den Leuten reden zu können. Ich habe nie ein Problem gehabt, mit Menschen ins Gespräch zu kommen.“

Verhaftet in Uganda

Eine Episode aus dem Buch klingt besonders eindrücklich: Im Zuge einer Jahreswechsel-Feier in Uganda schoss Höfl eine Leuchtrakete ab, wurde daraufhin verhaftet und verhört. Es war Bürgerkriegszeit. „Wenn diese Geschichte anders ausgegangen wäre, hätte in Murau niemand erfahren, wo dieser Hans Höfl geblieben ist“, sagt Verleger Wolfgang Hager. Nur mit Mühe habe er damals seine Freiheit wiedererlangt.

Heute blickt Höfl dankbar zurück. „Ich bin froh, dass ich das alles so erlebt habe.“ Noch einmal würde er es nicht tun: „Es ist eine andere Zeit geworden. Beim Reisen schauen alle nur mehr aufs Handy, Kopfhörer auf den Ohren. Es wird so wenig miteinander gesprochen.“ Sein Buch ist eine Erinnerung an eine Zeit, in der Begegnung noch nicht digital vermittelt worden sei, sondern direkt, spontan und manchmal auch riskant.