Peter Hopf bewegt etwas, und das wortwörtlich. Er ist Chef eines großen, in Zeltweg ansässigen Erdbauunternehmens. Vor rund drei Jahren hat der 44-Jährige das zehn Hektar große Fahrtechnikzentrum Fohnsdorf gekauft, und auch hier will er etwas bewegen. Es gibt etwa Fahrtechnikkurse für Führerscheinneulinge in Zusammenarbeit mit der Fahrschule Koiner, zusätzlich üben in Fohnsdorf regelmäßig Einsatzkräfte von Polizei und Cobra mit ihren Fahrzeugen.

Laute Rallyeautos

Das alles stört niemanden, umliegende Gastbetriebe freuen sich über die zusätzliche Kundschaft durch das Fahrtechnikzentrum. Aber Peter Hopf setzt auch andere Aktivitäten, die von so manchen Anrainern kritisch beäugt werden. So kann man zwei weithin hörbare Rallyeautos mieten und damit auf dem Gelände fahren.

Und Peter Hopf bringt auch Veranstaltungen auf sein Gelände. Zu Gast ist heuer wie schon in den vergangenen Jahren die Motorrad-Rennserie „Supermoto“, es gibt einen Autoslalom, Rallye-Testtage und für September ist ein Lkw-Treffen geplant. Auch die von Hopf mitveranstaltete Murtal-Rallye macht im Fahrtechnikzentrum Station.

Beschwerden von Anrainern

Wegen des Lärms erhalte er Rückmeldungen aus der Bevölkerung, vor allem aus den Ortsteilen Aichdorf und Sillweg, sagt Bürgermeister Volkart Kienzl. „Es gibt einige offizielle und viele inoffizielle Beschwerden.“

Christian Pausch und Manfred Moitzi wohnen in Sillweg. Sie haben sich als Anrainer bereits an die Gemeinde und die Bezirkshauptmannschaft gewandt. Sie wollten nichts verhindern, betonen die beiden. Aber es solle sichergestellt werden, dass alle notwendigen Genehmigungen vorliegen: „Wir haben hier die Eurofighter und den Red Bull Ring, und wir möchten nicht, dass still und leise eine zweite Rennstrecke entsteht“, so Manfred Moitzi.

Veranstaltungen wie ein Autoslalom gehören zu den Fixpunkten im Jahresprogramm des Fahrtechnikzentrums
Veranstaltungen wie ein Autoslalom gehören zu den Fixpunkten im Jahresprogramm des Fahrtechnikzentrums © KK

Betreiber Peter Hopf ist an gutem Einvernehmen interessiert: „Und zwar mit Anrainern, Gemeinde und der Bezirkshauptmannschaft“, wie er betont. Er habe schon mit einigen Anrainern in Aichdorf gesprochen und wolle auch mit Christian Pausch und Manfred Moitzi Kontakt aufnehmen: „Ich nehme die Kritik ernst. Da lässt sich sicher manches auf schnellem Weg lösen, etwa die Sache mit den Rallyeautos“, so Hopf.

Lärmmessungen

Die Grundproblematik, mit der nun Gemeinde und Bezirkshauptmannschaft zu tun haben, sieht so aus: Der Unternehmer hat das Fahrtechnikzentrum gekauft; nun ist die Frage, inwieweit Peter Hopfs Aktivitäten mit bestehenden Genehmigungen vereinbar sind oder nicht. Nächster Schritt: Bezirkshauptmannschaft und Gemeinde lassen eine Dauerlärmmessung durchführen, die Aufschluss über die tatsächliche Belastung geben soll.