Eins gleich vorweg: „Ich höre nicht auf, weil es mich anzipft“, lacht Maria Tavolato. Sie liebe es, hinter der Schank zu stehen, Gäste zu bewirten und zu empfangen. Als mit November ihre langjährige Kellnerin in Pension ging, sah Tavolato sich jedoch zu einer Entscheidung gezwungen. Somit wird am 29. Dezember das Weißkirchner Traditionsgasthaus Tavolato für immer seine Pforten schließen.
Alleine sei eine Gastwirtschaft nicht zu stemmen, so Tavolato. Hinzu komme, dass das Wirtshaus 1976 zuletzt erneuert wurde. „Es wäre ein hohes Investment notwendig, das könnte ich niemals erwirtschaften“, sagt sie.
Gesamtes Haus steht zum Verkauf
Tavolatos Eltern Hans und Barbara machten das seit 1800 bestehende Wirtshaus zu einer Murtaler Institution, besonders die „Wildwochen“ im Herbst waren beliebt. „Das sind aber nur fünf, sechs Wochen im Jahr. Davon kann man nicht leben“, resümiert Tavolato knapp. Das gesamte Haus steht zum Verkauf – 800 Quadratmeter Nutzfläche, mit Platz für über 100 Leute in den Gaststuben, hinzu kommt noch eine gefüllte Trophäenhalle im Innenhof. Relikte ihres Vaters, der leidenschaftlicher Jäger war und 2017 starb. Mutter Barbara verlor sie 2023. Bereits zu dem Zeitpunkt dachte Tavolato, dass sie etwas verändern müsste.
„Es geht mir jetzt gut mit der Entscheidung, es war die logische Konsequenz“, sagt Tavolato, die selbst im Gasthaus aufgewachsen ist. Sie könne sich nicht vorstellen, „dass derzeit jemand freiwillig ein Gasthaus aufsperrt“, wie sie sagt: „Es ist lustig, aber schwierig. Oft hält man wegen einer Person in der Gaststube geöffnet“, so Tavolato, die das „Handwerk“ von ihrem Vater lernte.
„Zusammensitzen existiert nicht mehr“
„Die Leute haben nach der Pandemie aufgehört, fortzugehen. Die Alten sind wiedergekommen, aber die Jungen bis dreißig kommen nicht mehr. Das gemeinsame Zusammensitzen im Gasthaus existiert nicht mehr“, beschreibt Tavolato die Situation.
Tavolato selbst möchte im Murtal bleiben. Was sie beruflich machen wird, weiß sie noch nicht. „Die Leute werden mir fehlen, die Stammgäste. Die haben jedoch alle Verständnis, dass ich zusperre. Die, die jammern, dass es keine Gasthäuser gibt, sind diejenigen, die nie gekommen sind. Nur weil zweimal im Jahr jemand essen geht, kann kein Wirt überleben.“