Nach 40 Minuten waren sie alle weg, die 117 Kilogramm selbstgemachten Kekse der Bäuerinnen aus dem Bezirk. Mit dem Ansturm an Leckermäulern und Naschkatzen unter den Leserinnen und Lesern der Kleinen Zeitung hatte niemand gerechnet. „Wir haben gehofft, dass viele Leute vorbeischauen und das eine oder andere Packerl Kekse mitnehmen. Dass wir aber so schnell hinter einem leeren Tisch gestanden sind, hat uns dann doch überrascht“, erzählt Bezirksbäuerin Elisabeth Hörmann.
Nicht nur das Engagement der fleißigen Zuckerbäckerinnen und der Eifer beim Aussuchen der Keksschachteln der Besucher: Auch der Erlös des Keksverkaufs für die Hilfsorganisation „Steirer helfen Steirern“ der Kleinen Zeitung darf sich sehen lassen. 2742,16 Euro wurden durch die Benefiz-Keksaktion in der großen Spendenbox gesammelt. Das Geld der Hilfsorganisation kommt Menschen aus der Steiermark zugute, die sich in einer Notlage befinden. „Mir ist es ein Anliegen zu helfen, gerade jetzt vor Weihnachten sollte man sich daran erinnern, dass es Menschen, gibt, die es vielleicht nicht so gut haben. Und dass das Geld jemandem in der Steiermark hilft, freut mich umso mehr“, erklärt eine Stammkundin der Kleinen Zeitung, während sie zwei Keksschachteln in ihrem mitgebrachten Einkaufssackerl verstaut.
Gebacken haben die Kekse Bäuerinnen aus dem gesamten Bezirk Bruck-Mürzzuschlag. Da wurde vorab untereinander über die besten Rezepte gefachsimpelt, über Keksgrößen und Dekor diskutiert und Verpackungsmöglichkeiten ausprobiert. „Es ist gar nicht so einfach, alles unter einen Hut zu bekommen. Aber es ist uns geglückt“, sagt Barbara Kiendlsperger, Fachberaterin der Landwirtschaftskammer Steiermark. Einen besonderen Beitrag unter all den Weihnachtskeksen hat die Großmutter der Neuberger Gemeindebäuerin Claudia Prasch geleistet. Sie hat ihr geheimes Rezept für Kletzenbrot herausgekramt und etliche Brotlaibe für die Benefizaktion gebacken. „Eine wunderbare Idee. Herrlich, dass sich die Damen so ins Zeug legen und kräftig mitanpacken. Jede Frau auf ihre Weise“, sagt Hörmann und rückt sich die gestrickte Haube zurecht. Beim Verkaufen gestern in der Früh war es schließlich doch noch recht frisch. „Eigentlich haben wir ja gar keine Zeit zum Frösteln gehabt, so schnell haben wir greifen müssen“, lacht sie. Eine Schachtel nach der nächsten ist in den Sackerln der Besucher verschwunden. Dabei wurde der Inhalt durch das Sichtfenster genau inspiziert. Schaumrollen, Linzeraugen oder Vanillekipferl standen hoch im Kurs. „Mein persönlicher Favorit ist ja der Lebkuchen“, schmunzelt Hörmann, während Bäuerin Grete Steinrieser auf Husarenkrapferl schwört.
Besonderes Engagement haben auch die Bäuerinnen aus dem Mariazeller Land an den Tag gelegt. Trotz des Schneefalls am Montag haben sich einige der Damen mit randvollen Keksdosen auf den Weg über den Seeberg nach Bruck gemacht. „Da sieht man erst, wie wichtig einem eine Veranstaltung werden kann. So manch einer hätte sich die Mühe nicht angetan. Aber auf die fleißigen Bäuerinnen ist Verlass“, sagt Hörmann.