Frostige Temperaturen und Schnee auf den Bergen – dennoch sind viele Menschen dort unterwegs, zuletzt kam es im Mürztal und den angrenzenden Gebieten gleich zu zwei größeren Einsätzen. Eine 16 Stunden lange Suchaktion haben etwa die Bergretter der Ortsstelle Reichenau (NÖ) hinter sich.

Schon am Dienstagabend ging bei ihnen eine Vermisstenmeldung ein. „Wie sich rasch herausstellte, galt unser 54-jähriger Kamerad als vermisst“, heißt es bei den Bergrettern. Mit Hundestaffel und der Unterstützung von vielen Kollegen suchte man bis 2.30 Uhr, auch Drohnenstaffeln und Alpinpolizei waren bei eisigen Temperaturen im Einsatz.

Am nächsten Tag fand man in den Morgenstunden eine leblose Person unterhalb des Rax-Plateaus. Eine Bergung mit dem Hubschrauber Libelle war aufgrund der Witterung nicht möglich, also stieg man zum Unfallort ab. „Leider konnte dabei nur mehr der Tod festgestellt werden“, erklärt die Bergrettung in einem Bericht. „Unser Kamerad war in Summe 35 Meter über Felsen sowie felsdurchsetzten Schnee abgestürzt.“

Bei dem Verunfallten handelt es sich nicht nur um ein langjähriges Bergrettungsmitglied, sondern auch um den Hüttenwirt des Ottohauses Sami Bajrami. „Er war auch bei den Steirern sehr beliebt“, heißt es bei den Bergrettern in Reichenau. „Wir verlieren nicht nur einen Bergretter, der bei unzähligen Einsätzen als Ersthelfer Menschen in Not helfen konnte, wir verlieren einen Menschen mit großem Herzen. Danke für 15 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit, danke für 20 Jahre Zusammenarbeit am Ottohaus. Du wirst uns sehr fehlen.“

Einsatz am Röthelstein

Glimpflich verlief hingegen eine Bergung von zwei Kletterern aus der Wand am Röthelstein im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag. Zwei Männer stiegen in die sogenannte Tour „Michelangelo“ am Südost-Sporn des Berges ein. „Es ist eine gut abgesicherte Route mit zehn Seillängen“, erklärt Selina Stockreiter, Pressesprecherin der Bergrettung für die Region Hochschwab. Mitten in der Route klagte einer der beiden plötzlich über starkes Schwindelgefühl.

Eine Rettung per Hubschrauber war wegen des dichten Nebels nicht möglich, daher entschieden sich die Mixnitzer Bergretterinnen und Bergretter für eine Rettung von oben: Sie stiegen als 15-köpfige Gruppe zum Gipfel des Röthelsteins auf und begannen nach Einbruch der Dunkelheit mit der Rettungsaktion. Mithilfe eines Spezialseils wurde ein Helfer zu den in Bergnot geratenen, aber unverletzten Kletterern hinabgelassen.

„Beide konnten nach oben aufgeseilt werden und wurden sicher ins Tal begleitet“, berichtet man bei der Bergrettung. Unterstützt wurde die Ortsstelle Mixnitz von der Freiwilligen Feuerwehr, der Breitenauer Polizei sowie einem Beamten der Alpinpolizei Hochsteiermark.