Um an die Novemberpogrome im Jahr 1938 zu erinnern, wurden in Kindberg im Vorfeld dieses Gedenktags zwei Stolpersteine als fortwährendes Mahnmal verlegt. Sie sollen an die Ermordung von Katharina und Samuel Sensel erinnern, deren Geschichte untrennbar mit dem Haus Hauptstraße 65 verbunden ist. Darauf bezogen sich auch Daniela Grabe, die Obfrau des Vereins für Gedenkkultur, und Bürgermeister Christian Sander in ihren Ansprachen. Im Jahr 1934 kauften die beiden das Haus, nachdem sie zuvor bei der Familie Fritz (Hauptstraße 49) eingemietet gewesen waren, und übersiedelten ihre Gemischtwarenhandlung und Wohnung hierher. Ende 1938 waren sie als Juden gezwungen, nach Wien zu übersiedeln. Das Haus ging 1940 in das Eigentum der Marktgemeinde Kindberg über. Das Ehepaar Sensel und die Tochter Paula wurden in Konzentrationslagern ermordet.