TrofaiachNeue Auflagen sind für Milchbauern große Hürde

Bernd Kaufmann, Vertreter der IG Milch aus Trofaiach, sieht neue Vorschriften der Milchviehhaltung im Biobereich sehr zweigeteilt.

Milchbauern sind mit neuen, strengen Regeln für die Tierhaltung im Biobereich konfrontiert © Andreas Schöberl-Negishi
 

Seit 20 Jahren wird Bernd Kaufmann, Milchbauer aus Trofaiach, trotz Schwierigkeiten nicht müde, Missstände im System aufzuzeigen. Und er wolle seinen Widerstand nicht aufgeben – das Thema sei nicht nur existenziell, sondern auch ein Herzensanliegen, sagt Kaufmann, Vertreter der IG Milch.

Neue Vorschriften im Visier

Derzeit hat er neue Vorschriften in der Milchviehhaltung im Biobereich im Visier: „Dadurch werden viele Kleinbauern weiter in Richtung Aufhören gedrängt“, ist sich Kaufmann sicher. Konkret werde von Ketten ein ganzjähriger, täglicher Auslauf für die Milchkühe gefordert. „Was im Sommer kein Problem ist, wird im Winter gerade ohne Laufstall zu einer schwierigen Hürde.“ Wobei er zugibt, dass er sich in einer Zwickmühle befinde: „Seit Jahren warnen wir, von der IG Milch, vor der immer kritischeren Haltung der Konsumenten gegenüber moderner Nutztierhaltung und wir fordern immer wieder eine Umkehr, um gerade kleine Bauernhöfe in Österreich zu retten.“

Vor vollendete Tatsachen

Gleichzeitig finde er diesen Weg aber „logisch und richtig“: „Es wird von den Verantwortlichen aber vergessen, dass es für Bauern in der Praxis nicht so leicht ist, die immer höheren Standards auch einzuhalten.“ Nachdem nun die Milchlieferanten kurzfristig vor vollendete Tatsachen gestellt worden seien, müssten Betriebe einen befestigten Auslauf bauen. Neben der für viele Bauern finanziellen Hürde sei man auch auf die Gemeinden angewiesen, dass Baugenehmigungen möglichst schnell erteilt würden.

Der von einer Kette angebotene Kostenersatz von 1600 Euro einmal pro Jahr verpuffe durch eine gleichzeitige Senkung des Kostenersatzes beim Biomilchpreis ab 1. August – und das, obwohl es eine vertragliche Garantie des Milchpreises bis 2020 gegeben habe, so Kaufmann.

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