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Leoben, BruckNeuer Fantasyroman: Der auf den Spuren von Tolkien tappt

Carl Habenicht, Lehrer an der HLW Leoben, hat mit Gor’dea eine Welt erschaffen. Nun hat er seinen ersten Fantasyroman veröffentlicht.

Carl Habenicht aus Leoben hat noch weitere Fantasyromane fertig im Köcher © Martina Marx
 

Gor’dea liegt in einer fernen Galaxie, von der Erde ist diese Millionen von Lichtjahren entfernt. Der Planet umkreist den sonnenähnlichen Stern Merro und ist Heimat von vier Völkern. Erdacht hat sich diese Welt Carl Habenicht.

Wobei „erdacht“ fast zu kurz greift. Denn der 62-jährige Leobener hat eine ganze Fantasiewelt erschaffen: Er hat Landkarten entworfen, Sprachen entwickelt und die Historie Gor’deas samt kosmischer Katastrophe sowie zweier Zeitschienen niedergeschrieben. Entsprungen ist der Kosmos Gor’dea der Fantasie Habenichts, gereift ist dieser rund ein Jahrzehnt.

Erster von vier Romanen

Nun hat Habenicht diese Welt zu Papier gebracht und seinen ersten von vier Romanen veröffentlicht. Dieser trägt den Namen „Mysuro, die Bogenschützen“ und beschreibt das Volk der Vineuto anhand des Schicksals von Mysuro. „Die Bogenschützin muss sich in einer Welt des Patriarchats durchsetzen“, erzählt der gebürtige Brucker. Noch in diesem Jahr werden zwei weitere Romane folgen. Und auch diese folgen einem ähnlichen Muster: Jedes der vier Hauptvölker wird anhand einer einer zentralen Persönlichkeit vorgestellt.

Dass die Veröffentlichungen so rasch aufeinander folgen können, liegt daran, dass Habenicht alle vier Romane schon fertig verfasst hat. Für Freunde und Bekannte hat er sie zudem schon länger als E-Book auf seiner Website veröffentlicht. „Weil der Zuspruch so groß war, habe ich mich entschlossen, einen Verlag zu suchen, um die Bücher veröffentlichen zu können“, so Habenicht.

Gar nicht einfach

Doch dieses Unterfangen stellte sich als gar nicht so einfach heraus. „Die Wahrscheinlichkeit in Österreich einen Verlag zu finden, der Fantasy-Romane herausgibt ist 1:100.000“, sagt Habenicht im Gespräch mit der Kleinen Zeitung. Auch in Deutschland sei die Situation eine ähnliche. Und so hat er mit dem Self-Publishing-Verlag Tredition aus Hamburg gemeinsame Sache gemacht. Nun ist das 344-Seiten starke „Mysuro“ bei einschlägigen Online-Buchhändlern sowie im stationären Handel zu erstehen.

Der Unterschied zu einem herkömmlichen Verlag ist aber, das Tredition das Buch erst bei Bestellung druckt und dann ausliefert.
Die Erwartungen, was die Verkaufszahlen anbelangt, hält Habenicht bewusst niedrig. „Ich freue mich einfach, das gedruckte erste Buch in Händen zu halten. Alles, was jetzt kommt, kann ich ohnehin nicht beeinflussen.“

Ausgereifte Pläne

Was Habenicht sehr wohl beeinflussen kann, ist, wie es mit Gor’dea weitergeht. Und da hat der Lehrer der HLW Leoben bereits ausgereifte Pläne. Sind die ersten vier Romane veröffentlicht, ist die Geschichte Gor’deas auf keinen Fall vollendet. „Ich arbeite schon an der nächsten Tetralogie“, sagt Habenicht. Der erste Teil dieser vierteiligen Romanserie soll schließlich in rund einem Jahr zur Veröffentlichung bereit sein.
Schreiben ist Habenichts leidenschaftliches Hobby.

Anfang der Leidenschaft

Den Anfang dieser Leidenschaft bildete das Computerspiel „World of Warcraft“, in dem man als Spieler unterschiedliche Rollen annehmen kann. „Darin bin ich einige Zeit richtiggehend versunken“, erinnert sich Habenicht. „Dann habe ich einen Roman zu World of Warcraft geschrieben und in den Foren veröffentlicht.“ So gut sei dieser Roman bei Spielkollegen angekommen, dass Habenicht begonnen hat, selbst eine Welt zu erfinden. Wie einst J.R.R. Tolkien, jener Mann, der „Herr der Ringe“ erschaffen hat. „Das sind natürlich große Spuren, in die man da tappt.“

INFOSPLITER ZUR PERSON

Carl Habenicht wurde in Bruck an der Mur geboren.

Der 62-Jährige lebt in Leoben, unterrichtet an der HLW Leoben und ist in zweiter Ehe verheiratet.

Zehn Jahre lang erdachte sich Habenicht die Welt rund um den Planeten Gor’dea und dessen vier Völker.

Anfang Juni ist mithilfe des Hamburger Verlags „Tredition“ Habenichts erster Fantasyroman „Mysuro, die Bogenschützin“ erschienen.

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