„Ich habe Hochzeiten immer schon sehr gerne gemocht, schon als Kind“, erzählt Nina Missethon (38) aus Leoben. Es sei vor allem die hochverdichtete Emotion des besonderen Moments, die sie sehr begeistert: „Es ist wirklich wunderschön zu sehen, wenn alle Menschen zusammenkommen, denen das Brautpaar am Herzen liegt“, sagt Missethon.

Vor einem Jahr startete sie selbst als Traurednerin durch und schuf sich dadurch ein zweites berufliches Standbein. Sie bewegt sich seither mit großer Leidenschaft in diesem Bereich. Neben ihrem Interesse für das Thema Hochzeit und Heiraten sei ein wesentlicher Beweggrund gewesen, selbst in diesem Bereich aktiv zu werden, es individueller und persönlicher zu machen als es sonst oft der Fall sei.

Start in die Ausbildung

„Mir ist als Hochzeitsgast selbst oft aufgefallen, dass die Trauzeremonie nicht richtig zum Brautpaar passt. Es ist auch immer wieder vorgekommen, dass sich bei Traureden sachliche Fehler eingeschlichen haben – wie ein falscher Name oder der inkorrekte Ort des Kennenlernens“, erinnert sich Missethon. Daran erkenne man, dass der Trauredner vom Brautpaar nur wenig Ahnung habe.

So habe sie sich Ende 2024 entschlossen, bei einer bekannten österreichischen Traurednerin, der sie zuvor bereits auf Instagram gefolgt ist, eine fundierte Ausbildung zu absolvieren: „2025 bin ich dann schon als Traurednerin in die Frühjahrssaison gestartet.“ Missethons Metier: die freie Trauung, für die sie nun beim Austrian Wedding Award Bronze holte.

„Die freie Trauung läuft ohne Standesamt und ohne Kirche ab. Sie ist rechtlich nicht bindend, aber das Brautpaar kann sich diese Zeremonie wirklich ganz nach ihrem Wunsch und Geschmack einrichten“, so Missethon. In ihrem Hauptberuf ist sie in einer ganz anderen Ecke daheim: Sie ist in Leoben beim Weltkonzern RHI Magnesita für das Recruiting für ganz Europa zuständig.

Beruflich aus einer anderen Ecke

Nach der Matura am BG/BRG Leoben I studierte sie an der Karl Franzens Universität in Graz Dolmetsch für Spanisch und Russisch. Danach war sie in Wien im Bereich internationale Organisation, Kommunikation und PR tätig. Dann wechselte Missethon beruflich wieder zurück nach Leoben.

Im Internet und auf Social Media ist Nina Missethon unter „worteundliebe“ zu finden
Im Internet und auf Social Media ist Nina Missethon unter „worteundliebe“ zu finden © KLZ / Andreas Schöberl-Negishi

Die Vorbereitung ihrer Traureden startet meist schon ein Dreivierteljahr oder ein Jahr vor der Trauung. „Ich habe immer etwa ein halbes Jahr vorher ein längeres Gespräch mit dem Brautpaar und ein zweites drei Monate vorher. Dabei gehen wir in allen Details die persönliche Geschichte durch.“ So persönliche Geschichten zu teilen, sei „eine große Ehre und Verantwortung“.

Missethons „Spezialität“ sind Traureden in mehreren Sprachen: entweder in Deutsch, Englisch oder Spanisch oder auch gerne in einer Mischung aus den drei Sprachen.“ Für eine zweisprachige Traurede wurde sie letztlich mit dem Award in Bronze bedacht. „Das schätze ich schon sehr, denn ich stehe erst ganz am Anfang, es gab 40 Einreichungen in dieser Kategorie und die Bewertung erfolgt durch eine Fachjury .“

„Ein Symbol der Verbundenheit“

Die Hochzeit empfindet Missethon als ein „schönes Zeichen, ein Symbol der Verbundenheit“. An der freien Trauung schätzt sie die Freiheiten, die sich den Paaren dabei eröffnen: „Es ist auch schön, sie dabei zu unterstützen, diesen sehr besonderen Tag im Leben eines Menschen zu dem zu machen, was er für das Paar persönlich bedeutet“, sagt Missethon.

Der Terminkalender für heuer ist bei Missethon, die übrigens selbst verheiratet ist, für das laufende Jahr schon längst gut gefüllt: „Ich habe im Herbst und im Winter noch ein bisschen Platz, und auch für 2027 trudeln jetzt schon die ersten Anfragen herein.“ Sie selbst hat standesamtlich geheiratet – mit anschließendem großen Fest: „Das hat ideal gepasst, uns hat nichts gefehlt.“