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Nach Nagl-VorstoßMehr Bäume: Wo diese Ideen seit Jahren blockiert werden

Das Bekenntnis ist eindeutig: In Graz sollen jetzt mehr Bäume entlang der Straßen wachsen. Die Idee ist allerdings nicht neu, sie wurde bisher nur oft ignoriert.

Ecke Schießstattgasse
Wielandgasse, Ecke Schießstattgasse: Das Potenzial wäre groß, Wünsche des Bezirkes wurden bisher im Rathaus aber ignoriert © Stadtplanungsamt (2)
 

"Ja, im Straßenraum vermissen wir Bäume." Das sagte Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) vor Kurzem, als er gemeinsam mit seinen Fachleuten den ersten Potenzialplan in Sachen Grünraum für einen Grazer Bezirk vorgestellt hat. Der Plan für den Bezirk Jakomini, einer Hitzeinsel in der Stadt mit massiven Grünraumdefizit, zeigt: Das Potenzial ist enorm.

Kommentare (17)

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stprei
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Hl. Florian

Mit den Bäumen ist es wie mit allem anderen. Jeder ist dafür, solang es einen selbst nicht trifft. Weil der eigene Parkplatz vorm Haus, bitte gleich mit Anrainerbeschränkung, ist heilig. Sollen die anderen was verlieren, ist ja für eine gute Sache.
Selbiges mit Öffis, billigem Wohnraum, Kultur, Veranstaltungen, Freizeitmöglichkeiten und der Finanzierung von allerlei Gratis-Aktionen. Ja gerne, aber nicht auf meine Kosten.

Mein Graz
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@stprei

"Mit den Bäumen ist es wie mit allem anderen."

Du willst auch keinen vor der Haustür, denn dir sind Fließwasser und Kanal, auf die du TROTZ eines Baumes in einer Stadt niemals verzichten müsstest (sonst gäb es ja keinen einzigen Baum in der Stadt) wichtiger.

stadtkater
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Seit Jahrzehnten die Grünraum-Bäume-Nullnummer

der Grazer Politiker, die dann wieder einmal nichts zusammenbringt.

Verschont uns endlich mit eurem leeren Gequatsche!

duesenwerni
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Bitten und Beschlüsse des Bezirksrates werden im Rathaus ...

... wohl nicht einmal ignoriert, aus Angst vor dem Aufstand der Anrainer, der den Regierenden bei Verlust von Parkplätzen für die heilige Kuh Automobil droht.
Könnte ja Stimmen kosten.

VierSterne
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Ich mache mir da wenig "Sorgen"...

... dass da bald mal was passiert (also Bäume kommen). Bisher ist nichts passiert außer Ankündigungen, und auch jetzt wird nichts passieren (außer Ankündigungen).

Schön wäre es ja, aber DAS hab ich wirklich gelernt in Graz. Es geht nichts weiter, ganz egal wo (vergleiche Beschluss Juli 2017(!) - DREI Jahre her..).

Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Mein Graz
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"Ja, im Straßenraum vermissen wir Bäume."

Und dann werden 125.000 € für eine Sprühnebelanlage ausgegeben, anstatt diese Summe für das Pflanzen von Bäumen zu verwenden.

Seit Jahren wird gefordert, dass es mehr Grün in der Stadt gibt. Beschlüsse gibt es dazu auch. Und dann wird blockiert, verdrängt, vertagt, auf "die Anderen" geschoben - und mein Steuergeld - und das aller anderen Grazer Steuerzahler - für völlig unnötige, absolut nicht nachhaltige Projekte ausgegeben!

M.E. sind das Lippenbekenntnisse von Nagl weil er Angst hat, dass ihm jetzt, wo es im Sommer in der Stadt fast unerträglich heiß wird, die Wähler in Scharen davon laufen.

Hr. Nagl, ich warte auf TATEN!

stprei
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Ein Baum

Ein Baum (Material, Transport, Einpflanzen) kostet rund 1000€. Allerdings braucht ein Baum in der Stadt einen geeigneten Untergrund, sonst geht er ein. Dafür eignet sich das "Stockholm"-Stadtbaumprinzip, das eine besondere Untergrundbeschaffenheit und Bewässerung erfordert. Dafür muss man die Straße aufgraben. Das vervielfacht die Kosten. Hier werden Äpfel mit exotischen Früchten verglichen und so getan als würden die dieselbe Kostenstruktur haben.
Und öffentliche Mittel sind ein begrenztes Gut.
Die Sprühnebel-Anlage ist ein Pilotprojekt mit wissenschaftlicher Begleitung. Soetwas zu probieren, um evidenzbasiert festzustellen, ob das dort wo keine Bäume (zB wegen Oberleitungen, Sichtachsen wegen Altstadtschutz etc) möglich sind eine gute Ergänzung sein kann, ist keine schlechte Idee.

Mein Graz
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@stprei

1. Wo vergleiche ich? Ich frage!
2. Öffentliche Mittel sind begrenztes Gut - und deshalb trete ich dafür ein, dass dieses begrenzte Gut SINNVOLL eingesetzt wird.
3. Sprühnebel als Pilotprojekt mit wissenschaftlicher Begleitung: schön und gut. ABER auf Kosten der Steuerzahler, wo jeder mit mehr Gehirnzellen als eine Tischplatte schon jetzt sagen kann, dass dies NICHT dem Umweltschutz dient sondern nur eine LOKALE Senkung der Temperatur während bzw. bis kurz nach Beendigung des Betriebes. Sobald das Wasser verdunstet ist kühlt es nicht mehr.
4. Ich find die Idee bescheuert.

stprei
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erneut

Anscheinend war das Kommentar nicht möglich.

Eine wissenschaftliche Begleitung und Baudoku zu "Stockholm"-Bäumen findet man auf der Homepage der Österreichischen Gesellschaft für Landschaftsarchitektur (evtl. darf man keine Webadressen angeben).

Da sieht man sehr deutlich den Aufwand anhand des (gelungenen) Beispiels Neugestaltung Eggenberger-Allee - Linie 7.

Ein Stadtbaum ist etwas anderes als ein Rosmarin-Stockerl im Hochbeet.

(übrigens: Als Bautenschutz muss man auch Abstand zu Gebäudefundamenten etc. einplanen und überall in der Stadt sind Ver- und Entsorgungsleitungen, die sich auch nicht so gut mit Wurzeln vertragen und gelegentlich erneuert werden müssen. Ich bin so ehrlich: Fließwasser + Kanal sind mit wichtiger als ein Baum vor der Haustür)

Mein Graz
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@stprei

Wie viele Bäume wären sich dann um 120.000 € ausgegangen?
Ich schätze mal mindestens 2, vielleicht sogar 4?

Der Tummelplatz ist riesig. Da wären sich locker auch 4 Bäume ausgegangen.

Keiner will einen Baum vor der Haustür, jeder will es kühl und schattig - nur halt beim Nachbarn.

stprei
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Platz

Der Tummelplatz ist nicht ideal.
Einerseits hat man die Bewegungslinien und die Fläche vor der Schule (Sammelplatz), andererseits muss man in der Stadt ja auch immer mitdenken, dass Müllabfuhr, Holding und insbesondere die Feuerwehr Bewegungsflächen für Fahrzeuge brauchen, und so ein Drehleiter-LKW ist nicht unbedingt das schlankeste Gefährt der Welt.

Am Tummelplatz würde ich persönlich nur auf der südlichen Platzseite eine analoge Lösung zur nördlichen Platz-Seite sehen. Wenn man jetzt aber (wie geschrieben) 6m Mindestabstand zu Gebäuden für den Wurzelraum und zum Schutz der Gebäude vor Staunässe etc. einplanen muss, stehen die Bäume in der direkten Verlängerung der Hans-Sachs-Gasse. Womit wir wieder bei den Bewegungsflächen wären. Potenzial sehe ich in der Verlängerung Richtung Einspinnergasse (Erweiterung FUZO mit Baumplanzung). Allerdings finde ich dieses Eck von Graz durch die Stadtparknähe sehr grün und nicht vordringlich. Da gibt es mit Griesplatz uA geeignetere Kandidaten, die eine Aufwertung verdienen würden.

Und einen Irrglauben möchte ich auch ansprechen (war in der Leserbrief/Offener Brief-Kopiergeschichte von gestern: "Bäumchen" vor dem Lendhotel): Bäume werden nicht mit 8m Kronendurchmesser gepflanzt. Manche Dinge brauchen ihre Zeit, das wird schon.

Mein Graz
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@stprei

Welcher Platz, welche Straße wäre "ideal"?

"Jeder ist dafür, solang es einen selbst nicht trifft."
Bist du wie der von dir geschriebene "Jeder", der Ausflüchte, Ausreden und "Argumente" findet, die gegen den Baum vor deiner Haustüre sprechen?

Der Stadtpark in der Nähe kühlt NICHT den Tummelplatz (Stichwort: Mikroklima). Dauerhafte Kühlung kann nur durch Bepflanzung erfolgen, und weil Nagl seit 17 Jahren als Bürgermeister in vielen Dingen versagt muss der Tummelplatz mit einer teuren Sprühnebelanlage gekühlt werden.

stprei
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Ideal

Griesplatz, Andreas-Hofer-Platz, Annenstraße (diese "begrünten" Bimhaltestellen sind eine Schande, der Rest ist Wüste), Bahnhofgürtel (gegenüber vom Explosiv), CvH (Platz vor der Halle A), der Messeparkplatz, St.Peter-Gürtel (gegenüber vom Center Ost), Radetzkystraße (vom Spitz stadtauswärts), Karlauergürtel, das "Shoppingcenter" in Puntigam in dem Louis und Injoy sind, der Center-West-Parkplatz, Don-Bosco, der Busparkplatz am Bahnhof.

All das sind Orte, die eine Neugestaltung vertragen und verdienen würden und von einer Begrünung profitieren würden. Und es gibt unzählige weitere.

Und ja, man wird überall etwas negatives finden. Die Anrainer werden wegen des Wegfalls von Parkplätzen Briefe schreiben und sich aufregen, weil es sie in ihrer Lebensrealität trifft. Niemand geht gerne 5 Querstraßen zu seinem Auto.

redlands
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die (Un-) Tat war:

den Tummelplatz, welcher Wiesen, Bäume und Sträucher aufwies, mittels eines sehr komplexen (deshalb auch sehr teuren) Projektes in eine Betonwüste zu verwandeln deren einziges "asset", die damals als futuristisch geltende LED-Bodenbeleuchtung, genau 2 Wochen funktionierte und seither nie wieder richtig. Seit Jahre gänzlich sistiert. Einer der bemerkenswertesten Schildbürgerstreiche in Graz - es gibt allein in der Innenstadt viele davon! ABER: des war unter BM Stingl!!!...leider wurde es später nicht besser...bis dato eben.

Mein Graz
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@redlands

Der Tummelplatz wurde m.W. 1991 umgestaltet, da war Stingl Bürgermeister. Was sich heute nicht als Ruhmestat hervortut war zu diesem Zeitpunkt wohl üblich.
Seitdem sind fast 30 Jahre vergangen, die Ansichten und Notwendigkeiten haben sich massiv geändert.
Nagl ist seit 2003 Bürgermeister, und in diesen 17 Jahren wurden in Graz wie viele Bäume gefällt und wie viele gepflanzt?

Bis heute hat sich nichts verbessert, eher verschlechtert. Und deshalb verlange ich von Nagl nicht nur Ankündigungen und Lippenbekenntnisse sondern Taten.

redlands
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Korrekt - ich bin ja ganz bei Ihnen!

Ich nenne auch die damalige Stadtführung. Nur, von wegen veränderter Ansichten/Notwendigkeiten: ich habe diesen Umbau damals hautnah erlebt (deshalb weiss ich auch exakt wann es war) - und bereits damals war die Schwachsinnigkeit dessen offensichtlich! Es war gefühlt so, als dass man seitens Magistrat gerade nix besseres zu tun hat und ein Budgetüberschuss jenen geradezu nötigt diesen Oberschwachsinn zu ersinnen und umzusetzen. Aber vielleicht war das mit dem Budget damals ja wirklich so...ganz sicher sogar...

X22
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Nagls Umfragewerte müssen stark gesunken sein

jahrelange Forderungen und Pläne werden plötzlich zu eigenen strategischen Planungen und professioneller Arbeit. umgemünzt.
Zittert der Herr schon vor den Wahlen 2022 um Mehrheiten?
"Bäume werden kommen, selbst dann, wenn dafür Autoparkplätze weichen müssen", dies hat man doch jahrelang für den eigenen Nutzen, sprich Stimmenverluste, verhindert, warum der Sinneswandel, sind die Wahlergebnisse der letzten Zeit ausschlaggebend, NR2019 Türkis 28%, Grün 27%, Landtagswahl 2019 Türkis 25% Grüne 25%, dass man plötzlich ziemlich stark in das Repertoire der Grünen eindringt