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GrazAugartenbucht wird durch Umweltauflagen deutlich teurer

Stadt muss zusätzliche Natur-, Tier- und Wasserschutzmaßnahmen für die Augartenbucht einhalten. Das verteuert das politisch umstrittene Projekt massiv.

© Rendering/Stadt Graz
 

Der Start war überfallartig, der Weg seitdem ist eher holprig: Die Idee zum neuen Augarten samt Bucht und Murschifffahrt wurde im Juni 2018 von Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) und Vize Mario Eustacchio (FPÖ) präsentiert. 2,7 Millionen Euro sollte es in einem ersten Schritt kosten. Jetzt ist von der Schifffahrt praktisch keine Rede mehr und durch mehrere Verzögerungen, zusätzlichen Umweltauflagen und einer neuen Parkbeleuchtung klettern die Kosten auf 4,2 Millionen Euro. Nagl wird ein entsprechendes Stück kommende Woche im Gemeinderat einbringen.

Das ist die zweite Hiobsbotschaft für das schwarz-blaue Projekt, nachdem erst vorige Woche der Stadtrechnungshof die Projektplanung äußerst kritisch hinterfragt hat. Die grüne Gemeinderätin Andrea Pavlovec-Meixner spricht von einer "Husch-Pfusch-Planung des Bürgermeisters. In nur einem halben Jahr verteuert sich das Projekt massiv. Anstatt die Kritik des Rechnungshofes ernst zu nehmen, wird noch mehr Geld investiert." Die Grünen fordern daher einen Projektstopp und eine Bürgerbefragung. "Wir sind uns sicher, dass eine überwältigende Mehrheit den Augarten weiter so behalten will, wie er jetzt ist", so Pavlovec-Meixner.

Augarten: Mehr Baumschutz, mehr Sitzgelegenheiten, mehr Licht

Nagl selbst will sich vorerst nicht äußern. In seinem Gemeinderatsstück ist von "unvorhersehbaren Ereignissen in der Abwicklung der notwendigen Genehmigungsverfahren" die Rede, die nun zu den Mehrkosten führen. Und: Um Synergien zu nutzen, wird auch gleich jetzt die 50 Jahre alte Beleuchtung im gesamten Park erneuert. Allein das kostet 780.000 Euro. Für "erhöhte Auflagen" für Baumschutzmaßnahmen und Artenschutz, die Erhöhung der Baustraße in der Mur, mehr Sitzgelegenheiten und bessere Materialqualität kommen noch einmal rund 740.000 Euro dazu. Macht unterm Strich für die erste Bauphase vulgo Bucht: 4,2 Millionen Euro.

In der Phase zwei soll dann im Anschluss der restliche Park neu gedacht werden. Wo wird dann Platz für die kleine Skateranlage sein, die der Bucht weichen muss? Wo kommt ein Ersatzspielplatz für die beiden Holztürme und mehreren Holzhütten hin? Dazu ist im schwarz-blauen Plan auch eine Bürgerbeteiligung geplant. Eine von den Grünen geforderte Abstimmung zur Augartenbucht selbst lehnten ÖVP und FPÖ bisher immer ab.

Kommentare (13)

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Think_simple
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Passend

Das passt doch eh ins Gesamtbild: unser Herr Bürgermeister agiert planlos und infantil, und wenn dann jemand kommt und sagt: so geht das nicht, da gibt es schon noch ein paar Punkte zu beachten, dann sind wieder alle anderen Schuld dass es teurer wird, länger dauert, oder gar überhaupt nichts wird.
Dabei, würde er seine Ideen zuerst einmal überdenken und prüfen lassen, blieben uns viele unnötige Ausgaben und verlorene Zeit erspart.
Seien wir also vor allem auch froh, dass mit Olympia nichts wurde, denn was hätte zig Milliarden zusätzlich gekostet, es genügt ja eh schon das, was der Herr bisher angerichtet hat...

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surelee1977
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Wer will schon Bürgerbeteiligung und direkte Demokratie

In diesem christlich-sozialen und warmen (fast schon heißen) Budget unserer Partei für die Etablierten gemeinsam mit der sozialen (fast schon linken) Heimatpartei an ihrer Seite, wird wohl noch Platz sein für ein paar neue Lampen und eine Bucht nach der keiner gefragt hat. Ist eh egal wie's dort dann ausschaut. Unser Bürgermeister wird's schon richten.

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alwin
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Goldenes Horn

Augarten vergrößern und ein "Goldetnes Horn" in der Mur aufschütten.

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Peter Oberleitner
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Größenwahn

"House of Cards" is eh scho langsam fad g'wordn. "Rathaus of Graz" ist viel spannender. Eben hat der Rechnungshof das Projekt zerlegt und grobe Rechtswidrigkeiten festgestellt und wie reagiert der Bürgermeister: wir hauen einfach noch 1,5 Mille auf den Markt! Mit neuen Schulden mehr Grünraum zerstören. Unglaublich aber wahr.

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petrbaur
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..

keine gondel auf den planutsch und fertig.. wieder genug budget zur verfügung

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Sol lucet omnibus
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Wie alles was Nag macht: zuerst mit

der Brechstange und wider besseren Wissens - und die Bürger müssen es dann blechen. Ich bin schon echt neugierig ob das Murkraftwerk ihm dann den Job kosten wird. Wenn sich die Berechnungen bewahrheiten und uns das Kraftwerk mehr kosten als bringen wird. Denn jetzt im Winter haben wir den höchsten Stromverbrauch. Der Wasserstand der Mur jedoch ist komplett niedrig. Stromerzeugung? Fehlanzeige... macht nix - der Dumme ist immer der Steuerzahler. Leider gilt hier nicht: Wer zahlt - schafft an.

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Carlo62
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Nach Deiner Logik dürfte es aber auch keine PV geben!

Im Winter höchster Stromverbrauch und am wenigsten Sonnenstunden! Das eine hat mit dem anderen aber nichts zu tun und außerdem stimmt das gar nicht! Der Energieverbrauch ist im Winter zwar höher, wird aber größtenteils durch Gas, Öl und andere Energieträger aufgewendet.

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brosinor
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abgewuergt

Diesbezügliche Berechnungen werden wohl abgewuergt, davon kann ausgegangen werden...

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jahcity
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Unfassbar

Sie agieren wie Oligarchen!

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brosinor
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Tausende Unterschriften ignoriert

Tausende Unterschriften gegen das Projekt wurden einfach ignoriert.
Vielleicht sollten Sie doch auch einmal auf die Bürger hören und nicht nur auf Ihre geldgierigen Einflüsterer, Herr BÜRGERmeister!!!

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jahcity
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Der einzige

Park der ohne großen Aufwand funktioniert u von der Bevölkerung so gut angenommen wird, dass an schönen Tagen nahezu kein Platz mehr ist! Jetzt gehen große Teile de Parks unwiederbringlich verloren! Es wird zu Konflikten kommen!

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Mein Graz
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Das ist ja "nur" eine Steigerung von ca. 58% der Kosten, also keine Aufregung!

Graz hat's.

- Eine Schwarz-Blaue Regierung.
- Schulden so hoch wie noch nie.
- Nichteinhaltung von Verfahrensvorschriften.
- Keine Abstimmung, obwohl von Nagl mehr Bürgerbeteiligung versprochen wurde.

Hauptsache für die Verantwortlichen, es wird etwas ausgeheckt und schnell beschlossen, die Anderen werden die Krot schon fressen (müssen).

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Peter Oberleitner
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Kostenteigerungen

Siehe Plabutsch-Gondel: da sind auch die Kosten in nur einem Jahr um satte 10 Millionen von 25 auf 35 Mio Euro gestiegen! Aber keine Sorge, das Geld verschwindet ja nicht, es gehört dann halt nur jemand anderem. Und der kann dann ja eventuell - siehe KTM-Pierer - seine Freude darüber in Form von Parteispenden ausdrücken!

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