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Schwarz-Blaues ProjektFix: Graz baut um 35 Millionen Euro Seilbahn auf den Plabutsch

Ab 2022 soll der Plabutsch mit eine Seilbahn erschlossen werden und Eggenberg mit dem Thalersee verbinden.

So soll die Seilbahn auf den Plabutsch ab 2022 ausschauen © The Renderers
 

Sanft soll es sein. Behutsam. Und nachhaltig. Die Stadt Graz wird in den kommenden Jahren das Naherholungsgebiet Plabutsch und Thalersee "attraktivieren" - das Leuchtturmprojekt dabei: Eine neue Seilbahn, die dann Eggenberg und den Thalersee verbindet. Die Gesamtkosten liegen bei fast 42 Millionen Euro, die Seilbahn selbst wird auf 35 Millionen Euro kommen - und damit deutlich teurer als die bisher genannten 25 Millionen.

"Es gibt Politiker, die für etwas stehen und die, die immer gegen etwas sind", sagt Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP). Das ist, obwohl der Name nicht fällt, eine Spitze gegen KPÖ-Chefin Elke Kahr, die ja dem Seilbahn-Projekt keine Priorität einräumt. Vizebürgermeister Mario Eustacchio (FPÖ) betont, "dass wir das, was wir uns in der Agenda 22 vorgenommen haben, auch umsetzen". Mit diesem Projekt wird den Menschen "die Natur näher gebracht", so Eustacchio. Schwarz-Blau verweist auch auf eine neue Mountainbike-Strecke am Plabutsch, Räder können in der Gondel mitgenommen werden.

Die Eckdaten zum Seilbahnprojekt: Die Talstation in Eggenberg wird in der Peter-Tunner-Gasse sein, rund 200 Meter von der Endhaltestelle der Linie 1 und direkt bei einer Haltestelle der Buslinie 62. Von dort geht es 362 Meter hinauf auf den Plabutsch zur Bergstation beim Bergheurigen  Fürstenstand sein wird. Auf der anderen Seite geht es dann 313 Meter hinab zur Talstation beim Thalersee.

Im Dezember folgt der Grundsatzbeschluss im Gemeinderat

Der Zeitplan sieht vor, dass noch im Dezember alle Unterlagen für den Feststellungsbescheid für die Umweltverträglichkeitsprüfung eingebracht werden. Davor folgt der Grundsatzbeschluss im Gemeinderat. Die Ausschreibung für die Seilbahn soll im Dezember 2019 erfolgen, im Frühjahr 2022 sollen die ersten Gondeln fahren.

Neben der Gondel wird um geplante 3,4 Millionen Euro bis Dezember 2019 das Restaurant am Thalersee "revitalisiert", dass die Holding samt Parkplatz ja schon 2014 gekauft hat. Und: Auch beim Thalersee selbst kauft sich die Stadt ein und übernimmt den 40-Prozent-Anteil von den Bundesforsten. Die 60-Prozent-Mehrheit bleibt bei der Gemeinde Thal. Bürgermeister Matthias Brunner (ÖVP) will gemeinsam mit der Stadt Graz dem See selbst ebenfalls neues Leben einhauchen. "Wir brauchen keinen Eventsee, das wollen wir auch nicht", so Brunner. Aber für eine Attraktivierung sollen auch Mittel aus dem Regionaltopf für den Zentralraum Graz lukriert werden.

Neue Seilbahn: gondelt auf den Plabutsch

Die Talstation in Graz ist in der Peter-Tunner-Straße entfernt, 200 Meter von der Endstation der Straßenbahnlinie 1.

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Die Bergstation ist 362 Meter höher am Plabutsch neben dem Bergheurigen Fürstenstand.

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Die Trasse ist insgesamt 5,1 Kilometer lang: 1,8 Kilometer von Eggenberg auf den Plabutsch, 2,3 Kilometer dann hinunter zum Thalersee.

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Der Plabutsch ist damit nach dem Schöckl und dem Schloßberg der dritte - ähm - Berg, der eigens von der Stadt Graz für Freizeitzwecke erschlossen wird.

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2019 soll auch das Restaurant am Thalersee "revitalisiert" um rund 3,6 Millionen Euro werden.

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Auch beim See selbst wird sich die Stadt Graz einkaufen und übernimmt um 250.000 Euro die 40 Prozent der Bundesforste. 60 Prozent bleiben weiter im Eigentum der Gemeinde Thal.

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Die Seilbahn selbst kann bis zu 1600 Personen pro Stunde transportieren, seitens der Stadt rechnet man mit insgesamt 140.000 Fahrten pro Jahr. "Damit können wir den Betrieb finanzieren", so Nagl. Und er verweist darauf, dass nach den Investitionen am Schöckl auch die dortige Seilbahn nach Jahren der Verluste schon länger schwarze Zahlen im Betrieb schreibt.

Die Oppostion im Rathaus ist skeptisch bis ablehnend

KPÖ-Chefin Elke Kahr hat ja bereits im Vorfeld anklingen lassen, dass sie der Plabutsch-Seilbahn skeptisch gegenübersteht. "So reizvoll sie sein mag, aber die Gondel hat für mich keine Priorität." Auch von der SPÖ kommt kein Ja: "Eine Gondel macht noch kein Naherholungsgebiet", sagt SPÖ-Chef Michael Ehmann. Er fordert eine Detailprüfung durch den Stadtrechnungshof was die geplanten Kosten betrifft.

Kommentare (23)

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Bumsdi
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Ein erfolgloser einsamer Mann im Rathaus ...

... versucht, ein Denkmal für sich zu errichten. Warum will er mit so einer Vehemenz eine Seilbahn "durchdrücken"? Ist er stiller Teilhaber oder Mitarbeiter eines Seilbahnbauunternehmens ?
Um die hier verschleuderten Millionen könnte er sich ein richtiges Denkmal setzen: er realisiert einen großzügigen Straßenbahnausbau - das brauchen die Bewohner von Graz, nicht eine leer dahinschaukelnde Seilbahn!
Übrigens: 140.000 Fahrgäste pro Jahr bedeuten 16 Fahrgäste pro Stunde, es muss also eine Zehner-Gondel 2 Runden pro Stunde drehen, um den Fahrgastansturm zu bewältigen ... das solle einen Aufwand von mehr als 40 mio EURO rechtfertigen?

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wabra149a
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2 Fragen:

Woher kommt das Geld?
Wieviele Bäume müssen für die Trasse (4,5 km) dran glauben?

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horstbergmann
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Sinnloses Prestige-Projekt

Nachhaltig, gerecht und sozial wäre eine Verbesserung des Öffentlichen Verkehrs INNERHALB der Stadt und ein Ausbau des Radwegenetzes. Gerade im Norden und Westen der Stadt besteht da ein dringender Bedarf. Solche Maßnahmen würden auch das Feinstaubproblem endlich reduzieren - zum Beispiel durch eine kostenlose Zone 101 in den Wintermonaten. Da wäre das Geld deutlich besser eingesetzt und der Naturraum am Plabutsch dürfte tatsächlich Naturraum bleiben. Zur Erholung steht er den GrazerInnen auch jetzt schon fabelhaft zur Verfügung, ganz ohne zerschneidende Gondeltrasse.

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princeofbelair
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Selbstverwirklichung...

...zweier Machtpolitiker...

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peter47
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nostalgische Gefuehle

In den 60ern ist man mit dem Sessellift auf den Plabutsch und weiter zu Fuß zum Thalersee

Dort war Arnie Bademeister

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ellen64
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Schnapsidee

Hättet‘s mit der Kohle aktuellen Lebensraum erhalten >> Grottenhof Grundstück >> die na dem Land diese abgekauft! Is halt wenig spektakulär! Auf die Plausibilität der Rentabilitätsrechnung nach 3-5 Betriebsjahren und deren Erklärungen bin ich jetzt schon neugierig

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Westostsuednord
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Plabutsch.. U-Bahn ..

Was noch alles. Wollen wir sanftenTourismus oder in Zukunft auch Salzburger Touristenverhältnisse.

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Mein Graz
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@Westostsuednord

Nicht zu vergessen die Murgondel...

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aral66
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SCHADE

um die noch halbwegs intakte Natur , das ist eine komplett unnötige Geldverschwendung !!!
Hr. Nagl , bauen Sie lieber den öffentlichen Verkehr aus und verzichten Sie auf solche Prestigeprojekte, ....

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fuchsbib
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Naturzerstörung und aus mit der Ruhe

Auch das letzte Natur- und Ruhegebiet wird den Eggenbergern nun vom Turbo-Kapitalismus schonungslos zerstört. Wieder der Grazer politische Slogan:
"Schluss mit der Idylle"

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stadtkater
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Loose-loose-Situation:

Wenn viele gondeln, dann ist das attraktive Naherholungsgebiet kaputt und wenn wenig gondeln, haben wir ein weiteres defizitäres Millionengrab, das durch andere Gebührenerhöhungen querfinanziert werden muss!

Und woher kommen denn die 42 Mio Investitionsbudget? Wieder durch noch mehr Schulden für die Gemeinde Graz oder durch Budgetumschichtungen?

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Westostsuednord
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Gondel...

Sessellift wäre lustiger, kostengünstig und überdies im Winter eh nicht sonderlich interessant...

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Alfa166
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Da drängt sich die Frage auf

Warum der alte Sessellift, der bis 1971 auf den Plabutsch führte eigentlich abgetragen wurde?

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kropfrob
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Erstens ...

... war damals der "Visionär" Nagl noch nicht Bürgermeister, zweitens hätte der ohnehin neu gebaut werden müssen, um die Betriebsgenehmigung zu erhalten und dritens war dessen Talstation (am Marktannerweg) praktisch nicht erreichbar.

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fcw0810
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Wenn man nachrechnet,

so genügt etwa eine besetzte Gondel pro Stunde für die Rentabilität? Wer soll denn das glauben?

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kropfrob
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Ihre Rechnung ...

... kann ich nicht nachvollziehen, ich komme bei 10 Betriebsstunden pro Tag (8-18 Uhr) auf 43 Personen pro Stunde, macht (8 Pers./Gondel) gut 5 besetzte Gondeln pro Stunde. Anders ausgedrückt: pro Stunde ein Bus mit chinesischen Touristen :-)

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checker43
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Dass

die Investitionskosten je wieder hereinkommen, sagt er ja nicht. Nur, dass der Betrieb damit finanzierbar wäre.

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paulrandig
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Vergleich Straßenbahn

Die Gondelstrecke ist etwa 4km lang. Die Kosten sind etwas günstiger als die selbe Strecke Straßenbahn, die Kapazität bewegt sich in einer ähnlichen Größenordnung, die Betriebskosten sind wahrscheinlich etwas geringer, bei letzterem bin ich mir allerdings nicht sicher.
Wenn die Preise attraktiv sind, also etwa die normalen Verbundkarten wie für das restliche Netz, kann ich mir vorstellen, dass diese Linie gerne angenommen wird.
Auch wenn ich persönlich kein Fan dieser Idee bin, glaube ich, dass damit die Akzeptanz von Gondeln als normale Öffis gesteigert werden könnte.

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checker43
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Wer

braucht ein Öffi von Graz UKH zum Thalersee oder umgekehrt , das erst ab 8 oder 9 fährt? Pendler wohl kaum.

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Sol lucet omnibus
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Unter der Woche wird man die Anzahl der Gäste an einem Tag

vermutlich an ein paar Händen abzählen können. Eventuell Touristen. Aber sonst... Weder der Plabutsch noch Thal sind für GrazerInnen auch nur in irgendeiner Weise interessant.

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bimsi1
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Viele Sehenswürdigkeiten in Thal.

Den Thalersee, das bis 2019 runderneuerte Restaurant, viele Wanderwege, der Schwarzenegger-Erlebnisweg, das Schwarzenegger-Museum und als besondere Attraktion: einen schwarzen Bürgermeister.

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MichaelP
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Vergleich zur Straßenbahn

Aber der praktische Nutzen von 4 km Straßenbahn ist sicher ein mehrfaches.

Natürlich ein nettes Projekt, wenn das Geld da ist - aber war das nicht immer der Grund, an dem so viele Verbesserungen bei den öffentlichen Verkehrsmitteln gescheitert sind?

Und wäre nicht sinnvoller, mit dem Geld für Pendler attraktive Umsteigeanreize (Parkgaragen, Schnellverbindungen mit attraktiven Intervallen, ...) zu schaffen, damit das tägliche Verkehrschaos verringert wird?

Aber der Name Siegfried Nagl wird damit eben eher in die Chronik der Stadt eingehen.

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Sol lucet omnibus
0
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Und das Ganze wird natürlich privat finanziert!?

Denn ich kann mich nicht erinnern, daß die Bürger von Graz je danach gefragt worden wären ob sie dafür 43 Mio ausgeben wollen.

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