Nach dem kommissionellen Hearing für die Neubestellung des Vorstands der Holding Graz hat sich die 13-köpfige Hearing-Kommission bereits entschieden, wer ab 2026 die Geschicke des größten kommunalen Dienstleistungsunternehmens der Steiermark lenken wird: Gert Heigl wird die Funktion des Vorstandsvorsitzenden/CEO übernehmen, ihm zur Seite treten ab 1. Jänner 2026 Mark Perz als Vorstandsdirektor für die Sparte Mobilität & Freizeit sowie Alexandra Loidl als Vorstandsdirektorin für die Sparte Infrastruktur & Energie.

Mit der einstimmigen Bestellung des neuen Vorstandsteams ab 1. Jänner 2026, befristet auf die Dauer von fünf Jahren, setze die Holding Graz „ein klares Signal für Kompetenz, Kontinuität und gleichzeitig zukunftsorientierte Weiterentwicklung des kommunalen Dienstleistungsunternehmens“, hieß es in einer Aussendung – würden die drei designierten Vorstände doch umfassende Erfahrung mitbringen:

Das ist das neue Vorstandstrio

Gert Heigl bekleidet seit mehreren Jahren eine zentrale Rolle in der Unternehmensführung mit umfassender Managementkompetenz und strategischer Koordination zahlreicher Infrastruktur-Großprojekte, etwa in den Bereichen Fernwärme, Energie oder Wasser. Er wird zukünftig als Vorstandsvorsitzender die Sparte „Management & Beteiligungen“ führen, die Gesamtverantwortung für das Unternehmen sowie die strategische Steuerung aller Bereiche und Beteiligungen übernehmen.

Unter der Leitung von Mark Perz hat sich der öffentliche Verkehr in den letzten vier Jahren spürbar weiterentwickelt. Mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung und seinem Gespür für Innovation bringe er die idealen Voraussetzungen mit, um die Holding Linien erfolgreich in die Zukunft zu führen, heißt es. So hat er bereits wichtige Projekte wie die Innenstadtentlastung, die Einführung der neuen Flexity-Straßenbahnen oder die ersten Schritte zur Dekarbonisierung auf den Weg gebracht.

Alexandra Loidl tritt neu in das Vorstandsteam der Holding Graz ein: Sie gilt als ausgewiesene Expertin in den Bereichen Abfallentsorgung, Verwertung, Recycling und Umweltmanagement und hat maßgeblich an der Umsetzung wichtiger Projekte wie dem Ressourcenpark Graz mitgewirkt.

Wer in der Hearing-Kommission war

Die Hearing-Kommission setzte sich neben den obersten Eigentümer-Vertretern Bürgermeisterin Elke Kahr und Finanz- und Beteiligungsstadtrat Manfred Eber (beide KPÖ) aus zehn weiteren Mitgliedern zusammen, um das wichtige Verfahren und den Auswahlprozess so breit wie möglich zu begleiten und aufzustellen: Dazu zählen Horst Schachner (Zentralbetriebsratsvorsitzender), Kurt Fassl (Aufsichtsratsvorsitzender) Ina Bergmann (Aufsichtsratsvorsitzender-Stellvertreterin), Lisa Rücker (Aufsichtsratsvorsitzender-Stellvertreterin), Wolfgang Rucker (Betriebsrat), Magistratsdirektor Martin Haidvogl, Finanzdirektor Johannes Müller sowie Vertreterinnen und Vertreter der Grazer Koalition aus KPÖ, Grünen und SPÖ. ÖVP und KFG sind der Einladung zur Teilnahme an der Hearing-Kommission nicht nachgekommen.

Die Holding Graz ist mit rund 3.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ein Dienstleistungsportfolio zuständig – vom öffentlichen Verkehr über die Abfallentsorgung bis hin zur Energie- und Wasserversorgung. Sie ist das größte Tochterunternehmen der Stadt Graz.

ÖVP spricht von „Postenschacher“

Mit deutlichen Worten erneuert indes ÖVP-Klubchefin Anna Hopper ihre Kritik: „Wenn man seit Monaten weiß, wer die Top-Jobs in der Holding bekommen wird, wenn man eine Hearings-Kommission mit 11 Parteigängern der Koalition besetzt und dann von 69 Bewerbern nur sechs für drei Top-Jobs eingeladen werden und schließlich die drei kolportierten Persönlichkeiten den Job bekommen, ergibt sich die klare Definition von Postenschacher. Und: „Mit dem Personalfaustpfand Holding Graz wird der SPÖ ihre Steigbügelhalterrolle in dieser Koalition abgegolten“ so Hopper.