Wer entlang des Bauzauns rund um die Baustelle geht, besucht gleichzeitig auch eine Galerie. Denn auf dem Bauzaun wurde nun zum zweiten Mal eine neue Ausstellung eröffnet. Sie stellt eindrucksvoll die große Bandbreite der Physik-Forschung in Graz dar. „Von Gluonen bis Galaxien – Physik auf allen Längenskalen“ lautet der Titel dieser Bauzaun-Galerie. Die Ausstellung nimmt die Besucherinnen und Besucher mit in die unterschiedlichen Dimensionen, genauer gesagt zu den unterschiedlichen Größenordnungen, mit denen sich Grazer Physikerinnen und Physiker auseinandersetzen. Sie messen in allen Maßstäben physikalische Effekte. Das reicht von den Wechselwirkungen der kleinen Elementarteilchen, den Gluonen, bis hin zu den fundamentalen Gesetzen, die das Universum regieren.
Vom Femtometer bis zum Zettameter
Vom Femtometer (10⁻¹⁵ Meter) bis zum Zettameter (1021 Meter) werden Einheiten auf der Längenskala mit Beispielen aus der Forschung hinterlegt. Von der Elementarteilchenphysik, der Oberflächenphysik, über die Nanooptik, von der Forschungsgruppe Atmosphären- und Klimaphysik und der Forschungsgruppe Sonnenphysik bis zur Astrophysik reichen die „Dimensionen“, mit denen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auseinandersetzen.
Das Graz Center of Physics, das von der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) als Bauherr errichtet wird, findet hier als neue Dimension in der Zusammenarbeit zwischen der Uni Graz und der TU Graz – da es erstmals ihre beiden Physik-Institute an einem Standort vereinen wird – ebenso seinen Platz wie der Bereich der Physikdidaktik. Denn eines ist den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sehr wichtig: „Natürlich geht es uns in der Forschung immer auch um den Gewinn neuer Erkenntnisse, doch ebenso wichtig ist es uns, die Begeisterung für unsere Themen an Studierende, an Forschende und Lehrende weiterzugeben“, betont Peter Puschnig vom Fachbereich Theoretische Festkörperphysik am Institut für Physik der Uni Graz.
Eröffnet wurde die neue Ausstellung nach einem Update zum Baufortschritt. Die Projektleiter der BIG, Philipp Jereb und Klaus Grill, gaben einen Überblick über die Arbeiten, die in den kommenden Monaten anstehen. Im Anschluss vermittelte die Band „Stromverschwendung“ mit den Physikern Peter Puschnig und Martin Sterrer den Besucherinnen und Besuchern rund um den Infocontainer des Graz Center of Physics noch, dass Physik alles andere als langweilig ist.