Vom ehemaligen Palais Rottal zum früheren „Bierjaklhof“ zum „Roten Krebsen“ zu den Palais Herberstein und Khuenburg mit dem Museum für Geschichte und dem Graz Museum: Vier bis fünf Mauer-Durchbrüche könnten sieben Innenhöfe von der Sporgasse bis zum Schloßbergplatz verbinden. Das ist die Vision von Altstadtschützer Peter Laukhardt, der schon 2003 mit einer Gruppe von City-Enthusiasten für das Kulturhauptstadtjahr die Idee einer Verbindung der Innenhöfe östlich der Sackstraße erarbeitete – damals mit der Option eines kürzeren Zugangs zum neuen „Dom im Berg“ durch einen Teil der ehemaligen Luftschutzstollen statt der jetzigen Verbindung zum Schloßbergplatz. Auch 2009 gab es einen neuen Anlauf, als die Stadt Graz Teile der Badgasse und das Admontergässchen verkaufte, daraus wurde aber nichts.
Jetzt startet man einen neuen Versuch, die Idee als Attraktivierung der Innenstadt doch noch umzusetzen: Neos-Gemeinderätin Sabine Reininghaus kündigt einen Dringlichkeitsantrag zur Wiederaufnahme des Projekts „Altstadt-Labyrinth“ an. Aktueller Anlass für sie ist der Leerstand des traditionsreichen „Krebsenkellerhofs“. Sie sieht die Zeit gekommen, um eine bislang ungenutzte städtebauliche Chance zu ergreifen: „Sieben historische Innenhöfe könnten durch drei neue Durchgänge verbunden werden. Daraus entsteht dann ein begehbares Altstadt-Labyrinth mitten im Unesco-Weltkulturerbe-Gebiet. Damit wird die Altstadt für die Grazerinnen und Grazer sowie für viele Touristinnen und Touristen neu erlebbar“, erklärt Reininghaus.
Die Umsetzung dieses Vorhabens gilt als äußerst kompliziert, geht es doch um verschiedenste Hausbesitzer und zwei Museen, die ihre Eintrittsbereiche adaptieren müssten. Dennoch sieht die pinke Gemeinderätin jetzt eine konkrete Möglichkeit zur Realisierung, die im Einklang mit der Innenstadtstrategie 2030 stehe: „Wenn die Stadt Graz jetzt Nägel mit Köpfen macht, kann aus einer charmanten Vision ein echtes Highlight werden“, so Reininghaus.
Mit ihrem Dringlichkeitsantrag fordert die Neos-Gemeinderätin in einem ersten Schritt die neuerliche Prüfung des Konzepts. Spätestens im September soll demnächst der Gemeinderat dann darüber informiert werden und gegebenenfalls die Umsetzung des Altstadt-Labyrinths beauftragen.