Die Turbulenzen in der heimischen Bundespolitik sind noch nicht beendet. Und doch zeichnet sich nun ein Szenario ab, an dessen Ende Herbert Kickl auch Bundeskanzler ist. Denn nach dem Scheitern der Verhandlungen zwischen ÖVP, SPÖ und Neos hat FPÖ-Chef Kickl ja von Bundespräsident Alexander Van der Bellen den Auftrag zur Regierungsbildung erhalten – etwas, das viele Wähler und auch Politbeobachter von Beginn an gefordert hatten.

Also deutet derzeit viel auf eine Neuauflage von Blau-Schwarz hin ­– eben mit Kickl als Kanzler. Was aber sagen die Grazerinnen und Grazer dazu? Die Kleine Zeitung fragte nach und erlebte eine gespaltene Landeshauptstadt. So zeigen sich sowohl die 18-jährige Selina Cioc als auch die 46-jährige Elisabeth Gressl grundsätzlich enttäuscht von der Politik. „Aber gar nicht mal in Bezug auf den Abbruch der Verhandlungen, sondern dass wieder gezeigt wurde, dass politische Versprechungen vor einer Wahl im Nachhinein überhaupt nichts bedeuten“, betont Gresl.

„Ich bin für eine blau-schwarze Koalition mit einem Herbert Kickl als Kanzler, und ich sehe keine Alternative“, meint indes Bernd Fritz Holasek (62). Und auch der 31-jährige Daniel Mikiryan hält es nur für „konsequent, wenn die stimmenstärkste Partei auch den Kanzler stellt“.