„1, 2, 3 ... Biiizeeeeps!“ ist der Schlachtruf des österreichischen Herrenteams. „Ja, vor dem Spiel müssen wir uns schon so richtig aufheizen“, lacht Florian Leitinger, eigentlich im Kader, aber verletzungsbedingt bei der Weltmeisterschaft in Graz am Spielfeldrand zu finden. Dann geht‘s auch schon los gegen die Niederlande. Die Spieler stellen sich an der hinteren Linie startbereit auf, fünf Bälle werden in der Mitte aufgelegt. Wenn der Schiedsrichter pfeift, stürmen drei Spieler jeder Mannschaft nach vorne, greifen sich die Bälle und gehen sofort auf Angriff. Mit den Erinnerungen aus dem Volksschul-Turnsaal, wo Völkerball oft für ein schnelles Spiel zwischendurch eingesetzt wurde, hat der Wettkampfsport wenig gemein, schon gar nicht bei einer WM: Die Bälle werden mit 100 km/h oder sogar noch mehr durch die Luft gepfeffert, es geht ganz schön zur Sache. Genau das ist es, was die Spielerinnen und Spieler besonders an ihrer Sportart schätzen – sie ist dynamisch und spektakulär. Auch Leitinger ist sich sicher, dass der Sport noch um einiges an Bekanntheit zulegen wird.
Dodgeball-WM in Graz
Mit den Völkerball-Spielen aus der Volksschule hat das nichts mehr zu tun
Reportage.
Bis Samstag wird die WM im Dodgeball, der modernen Völkerball-Variante, in Graz ausgetragen. Es ist die größte aller Zeiten – mit 130 Teams aus 37 Nationen, von Neuseeland bis zur Elfenbeinküste, von Chile bis Kanada.
© Manuel Hanschitz