Es gab sie auch vor Corona schon, die Not im eigenen Land. Doch die Krise verschärfte die Situation für die einen und traf viele andere aus heiterem Himmel: vorübergehend oder auch für immer geschlossene Betriebe, Menschen, die ihre Arbeit, ihr Einkommen verloren oder zum Teil gravierende Einbußen hinnehmen mussten, eine Wirtschaft, die sich so schnell nicht wieder erholen wird ...

Ausgerechnet in dieser Situation musste die Caritas heuer ihre Haussammlung für Steirer in Not einstellen. Im Vorjahr waren dabei 750.000 Euro zusammengekommen.

Doch Steirer in Not können auch auf uns setzen:„Steirer helfen Steirern“, die große Hilfsaktion der Leser der Kleinen Zeitung, stellte 100.000 Euro als Soforthilfe zur Verfügung. Und wer wollte, konnte diese „Coronahilfe“ zusätzlich mit einer Spende unterstützen. Unglaublich: In diesen schweren Zeiten legten Sie bis jetzt noch 27.000 Euro drauf.


Was mit dem Geld passiert? Lesen Sie hier: Stellvertretend für viele, viele andere stellen wir hier zehn Fälle vor, in denen die Caritas mit Ihrer Spende sofort helfen konnte. Danke!

Fall 1: Kein Geld mehr für Lebensmittel

Die Alleinerzieherin ist Mutter eines schulpflichtigen Kindes – bereits vor der Corona-Krise war es für die beiden schwer, den Lebensunterhalt zu bestreiten. Nicht nur die beengten Wohnverhältnisse kamen mit der Krise noch mehr zu tragen. Für den Unterricht zu Hause musste für die Tochter ein Computer angeschafft werden. Die Mutter kaufte zwar einen sehr günstigen, gebrauchten PC – trotzdem fehlte zuletzt sogar das Geld für Lebensmittel.

Fall 2: Mit drei Kindern neu anfangen

Die Frau hat eine schwierige Trennung mit häuslicher Gewalt hinter sich. Sie musste mit ihren drei Kindern aus dem Haus ihres Ex-Lebensgefährten ausziehen. Dass ihr jüngster Sohn eine Behinderung hat, erschwert die Situation erheblich. Durch Corona verzögern sich leider auch ihre Unterstützungsleistungen. Für die alleinerziehende Mutter gab es nun Hilfe bei der Miete sowie Lebensmittel-Gutscheine.

Fall 3: Wenn die Krise den Job kostet

Alleinerzieherin einer dreijährigen Tochter ist auch die Frau in diesem Fall. Sie hatte als Friseurin gearbeitet und wurde am 31. März aufgrund der Corona-Maßnahmen gekündigt. Die Caritas unterstützte sie.

Fall 4: Warten auf Unterstützung

Diese Frau hat ihren Job in einem Café verloren. Ihre Tochter war in einer WG im SOS-Kinderdorf, ist jetzt daheim. Offen sind noch Alimente. Auch Wohnunterstützung und Mindestsicherung sind noch nicht bearbeitet.

Fall 5: Ohne Arbeit geht nichts mehr 

In diesem Fall geht es um einen Studenten. Er war im Gastgewerbe beschäftigt und konnte damit seine laufenden Kosten begleichen. Durch die Corona-Krise verlor er seine Anstellung und damit seine Lebens–grundlage. Er erhielt zwar einen Zuschuss vom ÖH-Hilfsfonds, dieser reichte jedoch bei Weitem nicht aus, um seine Fixkosten zu decken und sich mit Lebensmitteln versorgen zu können. Von der Caritas bekam er deshalb eine Zuzahlung zu einer Monatsmiete.

Fall 6: Mit dem Job auch Quartier los

Ein Mann, Anfang 20, bekam im November 2019 einen Job in einem Hotel in einem Tourismus-Ort. Das bedeutete nicht nur ein fixes Einkommen, auch Verpflegung und Unterkunft waren gesichert. Als das Hotel aufgrund der Corona-Krise geschlossen wurde, hatte er plötzlich keinen Platz mehr zum Schlafen. Da er nicht zu seinen Eltern konnte, musste er sich eine kleine Wohnung mieten. Er wurde von der Caritas bei der Miete unterstützt und erhielt Lebensmittel-Gutscheine.

Fall 7: Wohnung nicht mehr leistbar

Mit einem kleinen Imbissladen hatte sich dieser Mann selbstständig gemacht. Es reichte gerade, um alle Fixkosten zu begleichen, Versicherungen und Steuern zu zahlen. 2017/18 hatte er sehr wenig Gewinn. Um das auszugleichen, verkaufte er damals sein Auto. Diese Bilanz wird nun vom Härtefonds herangezogen: Er bekommt nichts! Die Bilanz von 2019 hat er noch nicht: Der Steuerberater würde 1400 Euro verlangen. Er kann jetzt seine Wohnung nicht mehr zahlen.

Fall 8: Mit Kurzarbeit wurde es eng

Dieser Mann arbeitet in einem Unternehmen, das aufgrund der Corona-Maßnahmen Kurzarbeit eingeführt hat. Er hat sich erst vor Kurzem von seiner Lebensgefährtin getrennt und muss somit allein für die Miete aufkommen, die zu zweit leichter zu begleichen war. Aufgrund des geringeren Einkommens wegen der Kurzarbeit kann er nun seine Fixkosten nicht mehr abdecken. Die Caritas hilft.

Fall 9: Es fehlt am Notwendigsten

Er ist Schichtarbeiter in einer Fabrik, seit Anfang April in Kurzarbeit, damit ist sein Lohn um fast 300 Euro gemindert. Der Vater von fünf Kindern – alle im Pflichtschulalter – ist Alleinverdiener. Der Wohnraum ist sehr beengt, das Geld knapp und die Mutter leidet seit dem Tod des ältesten Kindes vor einem Jahr unter schweren Depressionen. Die Familie wurde mit Lebensmittel-Gutscheinen unterstützt.

Fall 10: Auch für Raten ist zu wenig da

Die Klientin in diesem Fall ist eine alleinerziehende Mutter, die 20 Stunden pro Woche in Teilzeit arbeitet. Durch Corona ist sie nun in Kurzarbeit und hat aktuell nur 80 Prozent ihres Lohnes. Damit stehen nur ca. 700 Euro zur Verfügung, um Miete, Strom, Heizung und Lebensmittel zu finanzieren. Es gibt eine Ratenvereinbarung bei der Betriebskostennachzahlung, die sich die Frau nur schwer leisten kann. Die Caritas half bei dieser Nachzahlung.