Eigentlich wollte er ein Mädchen treffen, mit dem er über Instagram in Kontakt war. Doch statt des Mädchens wurde der junge Mann von einer Gruppe Männer empfangen, auf einen Dachboden gezwungen und dort auf abscheuliche Art erniedrigt und beraubt.

Hoffnungsfroh ist der Mann damals im Herbst 2024 als 17-Jähriger zu einem Treffen gefahren, das er mit einem Mädchen vereinbart hatte. Erst im Nachhinein wurde ihm klar, dass es sich um ein Fake-Profil gehandelt hat, er in eine fiese Falle getappt ist. Aus der es kein Entrinnen mehr gab: „Plötzlich war ich im Hof von fünf Männern umzingelt. Sie sagten, ich soll ihnen alle meine Wertsachen geben, sonst würden sie mich gleich totschlagen“, erzählt das Opfer beim Prozessauftakt im Jänner. In der Grazer Kasernstraße wurde er auf einen Dachboden gezwungen. „Zieh dich komplett aus“, wurde ihm dort befohlen. „Sie machten dabei ein Video. Ich musste den dreckigen Betonboden aufschlecken, dann schlugen sie mir mit den Fäusten ins Gesicht.“ Er konnte einmal aufstehen. Wurde erneut niedergestreckt. Blieb blutverschmiert liegen. Wer geschlagen hat? „Ich kann es nicht sagen, ich wurde im Dunkeln mit der Handylampe angeleuchtet.“ Die Täter flüchteten mit ihrer Beute (Handy, Bargeld), „ich sammelte meine Kleidung auf“.

Nach den dramatischen Aussagen des Opfers nicken die Angeklagten jeweils kurz mit dem Kopf: „Stimmt“, sagen die meisten. Mehr nicht.

Der Prozess wurde im Jänner vertagt. Heute, Mittwoch, folgt die Fortsetzung.