Kalendarisch regiert im Land ja nach wie vor der Winter. Doch das Wetter schert sich keinen Deut um solche Einteilungen, die Temperaturen steigen an diesem Wochenende auf frühlingshafte 17 Grad. Kein Wunder, dass viele Steirerinnen und Steirer längst damit begonnen haben, ihre Fahrräder auszuwintern und in die Radsaison zu starten.

Damit der sportliche Jahresauftakt gut verläuft, sollte nach dem Winter jedenfalls geprüft werden, ob das eigene Fahrrad noch gut in Schuss ist. „Einmal im Jahr ist sowieso ein großes Service durch einen Profi empfehlenswert. Vieles lässt sich aber auch selbst ganz gut erledigen“, verrät ÖAMTC-Techniker Dominik Darnhofer. Am einfachsten geht das beim Reifen-Luftdruck. „Wie viele Bar passend sind, kann sich je nach Radtyp sehr stark unterscheiden. Auf den meisten Reifen ist der ideale Wert aber aufgedruckt“, sagt Darnhofer. Das Reifenprofil sollte noch sichtbar sein, damit das Rad straßentauglich ist.

Wann beim Fahrrad Bremsen und Kette zu tauschen sind

Zweiter Punkt: die Bremsen. Sind sie abgefahren, steht ein Wechsel an. Hydraulische Bremsen müssen zudem entlüftet werden. „Dafür braucht es schon etwas mehr technisches Geschick und auch das passende Werkzeug. Wer sich nicht sicher ist, ob eine Entlüftung erforderlich ist, oder sie selbst nicht durchführen kann, sollte sich an den Fachhandel wenden“, rät Darnhofer. Bei der Fahrradkette schließlich gilt: Leichter Flugrost lässt sich mit dem passenden Öl entfernen. Ist die Kette nach dem Winter stark verrostet oder verschlissen, hilft auch da nur ein Tausch.

Wer in der Radsaison gerne etwas zügiger unterwegs ist, am Ende aber nicht schweißgebadet ankommen will, setzt (und sitzt) mittlerweile häufig auf ein(em) E-Bike. Seit 2023 setzt der österreichische Handel bereits mehr neue E-Bikes ab als konventionelle Fahrräder. Und der Anteil der akkuunterstützten Räder wächst rasant weiter. Die Kehrseite der Entwicklung: Das tendenziell höhere Tempo, das auf E-Bikes auch weniger geübte Fahrer einfach erreichen können, lässt auch die Unfall- und Verletztenzahlen steigen.

Fast jeder zweite tödlich verunglückte Radler saß auf E-Bike

Bundesweit registrierte das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) im Vorjahr 38.400 verletzte Radfahrerinnen und Radfahrer in Spitalsbehandlung, 13.900 davon sind mit E-Bikes verunfallt. Bei den tödlich verunfallten Radlern gab es 2025 binnen Jahresfrist sogar eine Verdoppelung – die Todesopfer auf E-Bikes (31) haben bereits zu jenen aufgeschlossen, die auf gewöhnlichen Fahrrädern unterwegs sind (34).

Für die Steiermark liegen Unfallzahlen für das Jahr 2024 vor. Laut Statistik Austria endeten demnach 1025 Unfälle mit muskelbetriebenen Rädern mit Verletzungen, 496 Mal gab es Verletzte auf E-Bikes – Tendenz bei letzteren stark steigend.

Viele Verletzungen wären vermeidbar: Verkehrssicherheitsexperte Klaus Robatsch
Viele Verletzungen wären vermeidbar: Verkehrssicherheitsexperte Klaus Robatsch © KfV

„Mittlerweile ist fast jeder zweite Verletzte im Straßenverkehr mit dem Fahrrad, E-Bike oder E-Scooter unterwegs“, sagt KfV-Experte Klaus Robatsch. „Das obwohl diese Fortbewegungsmittel nur zehn Prozent der gesamten Fahrleistung des Verkehrs ausmachen.“

Wer Helm trägt, ist auf der sicheren Seite

Schützen kann man sich als Radler einerseits durch eine defensive, vorausschauende Fahrweise. Essenziell ist laut KfV aber auch das Tragen eines Helms. Verpflichtend ist das in Österreich bislang nur für Kinder bis zum 12. Geburtstag. Ab Mai wird die Pflicht für E-Bike-Fahrer auf Jugendliche bis 14 ausgedehnt. Für Robatsch ist das nicht ausreichend. „97 Prozent aller E-Bike-Fahrer sind älter als 14. Würden alle auf Fahrrädern, E-Bikes und E-Scootern Helme tragen, hätten wir in Österreich jährlich um mehr als 1000 Schädel-Hirn-Verletzungen weniger.“

Ist für die eigene Sicherheit gesorgt, steht der Radsaison wenig im Wege. Denn vom gesundheitlichen Standpunkt gilt: Der regelmäßige Tritt in die Pedale trainiert das Herz-Kreislauf-System, stabilisiert den Blutdruck und steigert – wie sportliche Betätigung generell – das psychische Wohlbefinden. Dafür muss laut Medizinern gar nicht zwingend der sportliche Ehrgeiz im Zentrum stehen. Auch wer in einem Tempo unterwegs ist, bei dem man sich noch gut unterhalten kann, fördert seine Gesundheit.

So machen Sie Ihr Fahrrad bereit für den Frühling