Die Bilanz von Samstag zeigt: Auf den steirischen Straßen ist es auf zwei Rädern nicht ungefährlich. So kam es bereits zu fünf Motorradunfällen, einer endete tödlich. Ein 42-jähriger Motorradlenker verunglückte demnach in Mariazell, war aber dabei nicht der einzige verunfallte Lenker.

Motorradlenker aus Böschung gerettet

Wie das Rote Kreuz mitteilt, kam es gegen 15 Uhr in Köflach in Fahrrichtung Edelschrott ebenfalls zu einem schweren Unfall. Ein 58-jähriger Motorradfahrer kam aus bisher ungeklärter Ursache von der Fahrbahn ab und stürzte in den Straßengraben.

Unverzüglich machten sich ein Rettungswagen, das Notarzteinsatzfahrzeug sowie das Kommandofahrzeug aus Voitsberg – besetzt mit insgesamt sechs Mitarbeitern – gemeinsam mit Feuerwehr und Polizei auf den Weg zur Unfallstelle. Beim Eintreffen war der Motorradfahrer ansprechbar, klagte jedoch über starke Schmerzen im Bereich eines Oberschenkels. Nach notärztlicher Erstversorgung und Schmerztherapie wurde der Verunfallte gemeinsam mit den Einsatzkräften der Feuerwehr schonend aus der Böschung gerettet und weiter medizinisch betreut.

Motorrad gegen Traktor

Der Mann wurde in der Folge vom Rettungshubschrauber C17 ins Krankenhaus gebracht. Dabei war schon am Vormittag ein Rettungshubschrauber im Einsatz. Gegen 10 Uhr fuhr ein 69-jähriger Motorradlenker aus dem Bezirk Hallein auf der B 114 von Thalling kommend in Richtung Pöls. Vor ihm war ein 66-jähriger Landwirt aus dem Bezirk Murtal mit einem Traktor samt montierter Kippmulde in dieselbe Richtung unterwegs.

Im Gemeindegebiet von Pöls-Oberkurzheim wollte der Traktorlenker nach links abbiegen. Zeitgleich dürfte der Motorradfahrer zum Überholen angesetzt haben. Dabei kam es zum Zusammenstoß: Der Motorradlenker prallte ungebremst gegen die Kippmulde. Der 69-Jährige wurde bei dem Zusammenstoß schwer verletzt und mit dem Rettungshubschrauber C17 in das Uniklinikum Graz geflogen. Der 66-jährige Traktorlenker erlitt leichte Verletzungen und wurde vom Roten Kreuz in das Krankenhaus nach Judenburg gebracht.

Bei Überholmanöver gestürzt

Ein weiterer Unfall ereignete sich gegen Mittag in Neuberg an der Mürz (Bezirk Bruck-Mürzzuschlag): Ein 53-jähriger Mann aus dem Bezirk Steyr-Land fuhr gegen 12.15 Uhr mit seinem Motorrad auf der B23 in Richtung Mariazell. In einer Rechtskurve überholte er ein vor ihm fahrendes Motorrad. Dabei verlor er – ohne Berührung mit dem überholten Fahrzeug – aus derzeit unbekannter Ursache die Kontrolle über sein Motorrad, kam nach links ab und stürzte.

Der 53-Jährige erlitt Verletzungen unbestimmten Grades. Nach der Erstversorgung durch Einsatzkräfte wurde er mit dem Rettungshubschrauber C17 in das LKH Graz geflogen. Zuvor war eine 47-jährige Frau aus St. Peter im Sulmtal aus bisher ungeklärter Ursache gestürzte. Auch sie wurde in das LKH geflogen.

Zahlen steigen

Wieso sind ausgerechnet Motorradlenker so gefährdet im Straßenverkehr? Im Jahr 2024 starben 17 Motorradfahrer auf den steirischen Straßen. Besonders auffällig: Während die Zahl der Verletzten bei Autounfällen im Zeitraum von 2015 bis 2024 von 25.625 Personen österreichweit auf 19.793 gesunken ist, stieg jene der Verletzten bei Motorradunfällen von 4219 auf 4468 an. 

Laut Daten des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) liege das vor allem an den vermehrt jungen Motorradfahrerinnen und -fahrern, die immer mehr werden, aber noch viel zu wenig über ihre Fahrzeuge wissen. Klaus Robatsch vom KfV meint, viele würden ihr Fahrzeug unterschätzen, kämen weder mit der Geschwindigkeit noch mit dem Gewicht der Maschinen zurecht.

Hinzu kommt: Gerade zu Beginn der Motorradsaison ist es auf den Zweirädern besonders gefährlich, auch weil andere Verkehrsteilnehmer noch nicht mit Motorradfahrern rechnen. „Man wird übersehen werden, es stellt sich nicht die Frage, ob es passiert, sondern nur wann“, sagt Georg Scheiblauer, Chefinstruktor Motorrad beim ÖAMTC. .