Die Grazer Tierärztin hat Tränen in den Augen. Sie darf nicht helfen. Sie kneift die Lippen zusammen, als müsste sie Worte zurückhalten. Mit zitternden Händen kritzelt sie eine Telefonnummer auf einen Notizzettel: „Rufen Sie dort an“, sagt sie leise, „mehr darf ich Ihnen dazu nicht sagen.“ Sie darf nicht, weil es für die soeben gestellte Diagnose in Österreich keine offizielle Behandlung gibt. FIP – Feline Infektiöse Peritonitis – ausgelöst durch die Mutation feliner Coronaviren, darf von Tierärzten nicht behandelt werden, obwohl es eine Therapie gibt. Für den erst dreijährigen Kater Oskar schaut es auf den ersten Blick nicht gut aus.