Noch ist Schonzeit für die steirischen Allergikerinnen und Allergiker: „Bis Ende der nächsten Woche, also bis 26. Jänner sehe ich keine Gefahr, dass die Hasel zu blühen beginnt“, sagt Pramodchandra Harvey vom Institut für Biologie der Uni Graz. Er betreut den steirischen Polleninformationsdienst und hat die Blütenstände der Hasel daher genau im Blick. Diese sind noch „vollkommen zu“, und die prognostizierten tiefen Temperaturen der nächsten Tage würden das Aufblühen nach hinten verschieben.

Den Blühstart prognostiziert der Experte daher für Ende Jänner – was einem Blühstart ähnlich der vergangenen Jahre entspricht. „Historisch gesehen war der Blühstart der Hasel meist Mitte Februar, durch den Klimawandel hat sich das nach vorne verschoben“, erklärt Experte Harvey, der auch für AZ Pollen Research tätig ist. Und fügt an: „An manchen sehr sonnigen und wärmebegünstigten Orten kann die Haselblüte allerdings schon früher beginnen.“ Das gelte vor allem für den Osten und Südosten der Steiermark.

Prognostizierte Blühbereitschaft von Hasel/ Erle

Laut dem steirischen Polleninformationsdienst wird die Blühbereitschaft von Hasel/ Erle zu diesen Daten erreicht:

  • Bad Aussee: 20.02.2025
  • Bad Mitterndorf: 23.02.2025
  • Bruck an der Mur: 03.02.2025
  • Graz: 23.01.2025
  • Hartberg: 19.01.2025
  • Kalwang: 23.02.2025
  • Kapfenberg: 10.02.2025
  • Leibnitz: 21.01.2025
  • Mariazell: 13.02.2025
  • Murau: 07.02.2025
  • Ramsau am Dachstein: 15.02.2025
  • Schöckl: 14.02.2025
  • Zeltweg: 04.02.2025

Erste Belastung durch Purpurerle

Doch für manche Pollenallergiker hat die Allergie-Saison bereits begonnen: Bereits Mitte Dezember blühte die Purpurerle, ein Zierbaum, der vor allem in Städten sehr verbreitet ist. Weil der Baum winterresistent ist, beginnt die Blüte schon Mitte Dezember, also mitten in der Adventzeit. Markus Berger, Leiter des österreichischen Polleninformationsdienstes erklärt: „Durch die Zugehörigkeit der Purpurerle zur Birkenfamilie können durch eine potenzielle Kreuzreaktion auch bei Birken- und Haselpollenallergikern Beschwerden auftreten.“ Auch der steirische Pollenexperte Harvey unterstreicht: „Dieser Baum sollte möglichst nicht gepflanzt werden, leider wird das auch in Graz immer wieder gemacht.“

Ausblick: Schwache Pollensaison

Der Experte gibt auch einen Ausblick auf die heurige Pollensaison: „Laut dem Blick auf die Blütenstände wird das heuer eine schwache Hasel-Saison.“ Allerdings hänge das Blühverhalten auch immer von den Witterungsbedingungen ab: So könne kaltes und schlechtes Wetter den Pollenflug hemmen und warmes, sonniges Wetter diesen fördern. Auch Faktoren wie Feinstaub und Luftverschmutzung beeinflussen die Ausprägung der Allergie-Beschwerden: „Durch die Luftverschmutzung reagieren die Atemwege empfindlicher auf die Allergene und die Symptome können sich verstärken.“

Kurz nach der Hasel erreicht meistens auch die heimische Erle ihre Blühbereitschaft. Der nächste „Höhepunkt“ der Pollensaison steht Allergikern dann mit April bevor, wenn die Birke zu blühen beginnt. „Die Birke stellt eine große Belastung für viele Menschen dar“, weiß Harvey.