Es ist eine kleine Schachtel, in der ein ganzes Leben Platz hat. Eine Schachtel voller Fotos, mehr oder weniger vergilbt. Sie zeigen eine hübsche, junge Frau, die mitten im Leben steht und vor Lebensfreude und Energie nur so sprüht. „Die Fotos haben wir in einer Schublade gefunden, mehr wissen wir nicht über Frau L.“ Maricica Cioringa lächelt entschuldigend, während sie der alten Frau die Hand hält. Elisabeth L. (Name von der Redaktion geändert) ist schwer dement, hat keine Angehörigen und braucht rund um die Uhr jemanden, der sie betreut. Seit drei Jahren übernehmen diese Aufgabe Maricica – alle nennen sie Mari – und Nicolae Cioringa, ein Ehepaar aus Rumänien. „Am Anfang war es eine Katastrophe, Frau L. war aggressiv und unruhig, ist die ganze Zeit herumgelaufen, hat keine Ruhe gefunden. Jetzt ist es besser, von einzelnen kritischen Phasen abgesehen.“
Pflege-Mangel
Rumänien zieht Pflegekräfte ab: Österreich in Bedrängnis
Patienten- und Angehörigenvertreter sowie Vermittlungsagenturen fordern bessere Rahmenbedingungen für die 24-Stunden-Betreuung in Österreich.
© Robert Sommerauer