„Viel deutlicher kann die Natur eigentlich nicht mehr werden”, ein Blick auf den Schladminger Gletscher lässt Klaus Reingruber die Stirn runzeln. Seit 20 Jahren ist er Gletschermesser und für vier der uralten Eisfelder im Dachsteingebiet zuständig. Wo es vor fünf Jahren noch schneeweiß glänzte, durchbrechen jetzt dunkle Felsen das Eis. „Das ist natürlich eine Tragödie, aber das eigentliche Problem ist, dass immer noch zu wenig getan wird”, fasst er zusammen. Lange Sommer und überdurchschnittlich warme Temperaturen haben die heimischen Gletscher im vergangenen Jahr um durchschnittlich 24 Meter schrumpfen lassen. Klaus Reingruber hat noch miterlebt, wie der Schladminger und der Hallstätter Gletscher bis an die steirische Grenze reichten. Mit der Zeit hätten sie sich immer weiter nach Oberösterreich zurückgezogen.