Manuel wollte ein Nazi sein. Als 14-Jähriger war der Weststeirer fest davon überzeugt, welchen Weg er in seinem Leben einschlagen möchte: „Für mich war es normal, in einer Umgebung zu sein, wo es keine Farben gibt, wo man unter sich bleibt, wo alle, die nicht so aussehen wie man selbst, der Feind sind“, erzählt er heute mit 35 Jahren. Als Jugendlicher trägt er keine Bomberjacke oder Springerstiefel, sein Kopf ist nicht kahl rasiert, trotzdem schwirrt darin rechtes Gedankengut herum: „Meine Gedanken waren, mit jedem, der schwarz ist, will ich nichts zu tun haben. Jeder, der aus einem anderen Land kommt, nimmt uns unsere Jobs weg.“ Am Wochenende kommt es im Club regelmäßig zu Schlägereien und Messerattacken zwischen „den anderen und uns“, damit meint Manuel seine rechte Jugendclique. Ausländer waren das Zentrum ihres Hasses. Nur bei seinen „Hawaran“ fühlt er sich verstanden und ernst genommen.
© Lukas Kohlmaier
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Der Weg in den Rechtsextremismus
Jung, männlich, rechts: „Ich wollte ein Nazi sein“
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Junge Männer geraten am häufigsten in die Fänge rechter oder rechtsradikaler Ideologien. Auch der 35-jährige Manuel Pölzl hatte den Weg in den Rechtsextremismus vor Augen.