Die Qualifikation für das Innsbrucker Bergisel-Springen der Vierschanzentournee hat am Samstag einen vierfachen österreichischen Erfolg gebracht. Der Salzburger Tournee-Zweite Jan Hörl schnappte sich mit einem 128-m-Sprung Platz eins, unmittelbar vor dem zuletzt schwächelnden Stefan Kraft. Dahinter reihten sich der Tiroler Gesamtdritte Stephan Embacher sowie der Kärntner Tournee-Titelverteidiger Daniel Tschofenig ein. Der bisherige Dominator Domen Prevc wurde nur 30.

8.500 Zuschauer waren schon am Qualifikationstag an die Olympia-Schanze gekommen und sahen einen starken Auftritt der ÖSV-Garde. Hörl hatte den ersten zweier Trainingssprünge ausgelassen, distanzierte Kraft (127,5) letztlich um 0,9 Punkte. „Es war ein sehr erfolgreicher Tag für mich, wenn der Einser zweimal aufleuchtet - megacool“, meinte er. Die bloß 112 m von Prevc relativierte Hörl. „Es war sehr, sehr schwierig zum Schluss.“ Der Weltcup-Führende hatte die schlechtesten Bedingungen, kassierte dafür gleich 26,9 Windkompensationspunkte.

Prevc machte sich für den Wettkampf am Sonntag (13.30 Uhr/live ORF 1) keine Sorgen, räumte aber ein, dass sein Sprung auch kein ganz so guter war. Dafür war Kraft mit seinem Versuch zufrieden, nachdem es auf den Bakken in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen für ihn nicht gelaufen war. „Es hat sich wieder sehr cool angefühlt“, ließ der Salzburger wissen. „Die Skier haben das gemacht, was ich wollte. Das tut im Herzen und im Kopf gut, wenn ich sehe, dass ich mit den Besten mitspringen kann. Wir haben schon sehr viel herumprobiert vom Zugang, dass ich wieder dahin komme.“

Embacher bestätigte seine gute Form mit einem 125-m-Satz. „Es war wieder ein guter Sprung.“ Das Timing sei ein bisschen ein Problem bzw. Kleinigkeiten. Tschofenig sprach von einem wieder besseren Sprung: „Die Richtung ist da.“ Der Gesamtweltcupsieger hatte in Garmisch-Partenkirchen seine Chance auf eine erfolgreiche Titelverteidigung quasi vergeben. In Richtung Prevc meinte er: „Vielleicht bringt ihn das zum Nachdenken.“ Kraft glaubt, dass es zum Faktor werden könnte, dass Prevc am Sonntag früher an der Reihe ist: „Vielleicht erwischen wir eine gute Phase.“

Mit dabei in den K.o.-Duellen der Top 50 sind am Sonntag auch Manuel Fettner (7.), Jonas Schuster (20.), Maximilian Ortner (24.), Niklas Bachlinger (34.), Clemens Aigner (42.) und Clemens Leitner (48.). Julijan Smid verpasste die Qualifikation als 52. und 3,7 Zähler. In der Gesamtwertung liegt Prevc 35 Punkte vor Hörl und 41,3 Zähler vor Embacher in Front.

ÖSV-Sportdirektor Mario Stecher schätzt für den dritten der vier Tournee-Bewerbe vor allem Hörl hoch ein: „Wenn man weiß, wie er da Skispringen kann, trauen wir ihm sehr viel zu. Mit zwei auf den Punkt gebrachten Sprüngen kann er Domen Prevc Paroli bieten. Das ist im Moment aber die Voraussetzung.“ Und Florian Liegl, Sportlicher Leiter im Skispringen und der Nordischen Kombination, hatte den Bergisel schon vor der Qualifikation als ein Erfolgsgeheimnis seiner Landsleute ausgemacht: „Die heimischen Schanzen liegen uns sehr gut. Mannschaftlich sind wir sehr gut aufgestellt.“